{"id":19007,"date":"2020-11-16T11:51:59","date_gmt":"2020-11-16T10:51:59","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.de\/?p=19007"},"modified":"2021-03-23T17:12:47","modified_gmt":"2021-03-23T16:12:47","slug":"gold-erhaelt-einen-neuen-glanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/de\/gold-erhaelt-einen-neuen-glanz\/","title":{"rendered":"Gold erh\u00e4lt einen neuen Glanz"},"content":{"rendered":"<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><br \/>\r\n<a href=\"\/newsletter\"><strong>Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/strong><\/a><br \/>\r\n<\/p>\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n<div class=\"title is-4 is-\">\r\n<p><strong>Von Fabrizio Quirighetti, Chief Investment Officer, Decalia<\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gold muss man daher aber nicht abschreiben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gold wurde lange Zeit als Fluchthafen angesehen. Doch heute ist es nicht mehr m\u00f6glich, Gold nur als sichere Anlage zu bezeichnen. Tats\u00e4chlich l\u00e4uft man schnell Gefahr, einer T\u00e4uschung anheimzufallen. Die j\u00fcngsten Schwankungen des Goldpreises strafen inzwischen jegliche Schematisierung L\u00fcgen. Es gab eine Zeit, da schossen die Goldkurse durch die Decke, als n\u00e4mlich die Anleger in einem Anfall von Panik die W\u00e4nde hochkletterten. Das ist jetzt allerdings nicht mehr der Fall, denn die Marktdynamik und die Marktakteure sind nicht mehr dieselben.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Gold kein sicherer Hafen mehr<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies wird klar, wenn man sich die Kursentwicklung der Feinunze seit Jahresbeginn ansieht: Nach einer langen Rallye knackte der Kurs im August die 2000-US-Dollar-Marke. Bis Ende Oktober reduzierte sich der Preis jedoch wieder auf etwa 1.850 US-Dollar. Dies alles trotz des Beginns der zweiten Covid-Welle und der Bef\u00fcrchtungen \u00fcber eine erneute Konjunkturabschw\u00e4chung. Als Lehman Brothers 2008 mitten in der Subprime-Krise in Konkurs ging, hatte sich der Goldpreis \u00e4hnlich verteuert, die 1900-US-Dollar-Marke jedoch nicht genommen. Dieser H\u00f6chststand wurde erst sp\u00e4ter 2011 erreicht. Auftrieb erhielt der Goldpreis seinerzeit durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstklassige Staatsanleihen oder Finanzierungsw\u00e4hrungen wie der Yen oder der Schweizer Franken k\u00f6nnen den begehrten Status eines sicheren Hafens bei Panikverk\u00e4ufen an den Aktienm\u00e4rkten viel eher f\u00fcr sich beanspruchen.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">US-Notenbank bestimmt Goldpreis<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mechanismen, die dem Goldpreis zugr unde liegen, sind erheblich komplexer geworden. Die heftigen Reaktionen der Anleger liefern nur einen Teil der Erkl\u00e4rung. Aus technischer Sicht wird der in US-Dollar notierte Goldkurs vor allem durch die Entwicklung der Realzinsen getaktet. Diese entsprechen den Nominalzinsen der 10-j\u00e4hrigen US-Schatzanweisungen\u2013 abz\u00fcglich der in den USA erwarteten Inflation, die f\u00fcr die Treasury Inflation Protected Securities (TIPS, inflationsindexierte US-Staatsanleihen) ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Korrelation zwischen Goldpreis und US-Realzinsen wird \u00fcberdeutlich, wann man die sich \u00fcberlappenden Kurvenverl\u00e4ufe seit 15 Jahren betrachtet: Sie entwickeln sich im Gleichschritt. Die Tiefst- und H\u00f6chstkurse von Gold fallen mit dem Beginn und dem Ende der Lockerungszyklen der US-Notenbank zusammen. Je st\u00e4rker die Realzinsen steigen, umso unattraktiver wird Gold als Wertreserve. Die derzeitige Konstellation mit Zinsen von 0,8% f\u00fcr 10-j\u00e4hrige US-Staatspapiere und einer in den kommenden zehn Jahren erwarteten durchschnittlichen Inflation von etwa 1,8%, f\u00fchrt zu finanzieller Repression mit gewaltigen Nachteilen f\u00fcr Sparer. Je st\u00e4rker die Realzinsen in den negativen Bereich sinken, umso st\u00e4rker zieht der Goldpreis an.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Neue Rekordpreise bis 2022<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind die groben Z\u00fcge. Kurz-, mittel- und langfristig sind die Aussichten f\u00fcr den Goldpreis folglich eng an die Inflationserwartungen und die Entwicklung der Nominalzinsen gekn\u00fcpft. Die beiden letzteren Elemente h\u00e4ngen selbst wiederum von der Wachstumsentwicklung und der Geldpolitik sowie von zahlreichen anderen Faktoren wie Staatsverschuldung und Wechselkurse ab.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzfristig, d.h. In den n\u00e4chsten 3 bis 4 Monaten, ist eher mit einem anhaltenden Abw\u00e4rtstrend des Goldpreises zu rechnen: Die Zinsen steigen schneller als die Inflationserwartungen. Dieses Szenario entspricht dem Marktkonsens nach der US-Pr\u00e4sidentschaftswahl. Die von Joe Biden versprochenen, massiven Infrastrukturinvestitionen werden nicht nur die Inflationserwartungen anheizen, sondern auch die Wachstumsperspektiven verbessern. Die Folge wird letztendlich ein Anstieg der Realzinsen sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf mittlere Sicht, bis 2022 und 2023, sind jedoch neue Rekordpreise f\u00fcr Gold zu erwarten, das bereits ab dem n\u00e4chsten Jahr erneut die 2000-US-Dollar-Marke nehmen k\u00f6nne. Die Federal Reserve bleibt bei ihrer sehr entgegenkommenden Geldpolitik und k\u00f6nnte zur Kontrolle der langfristigen Zinsen selbst dann die Zinskurve steuern, wenn sich das nominale Wachstum erholt. Wie in den Jahren 2009 und 2013 wird die Reflation Realzinsen dr\u00fccken, w\u00e4hrend die Nominalzinsen gedeckelt werden.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Franken als \u201eGold der Mittellosen\u201c<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Langfristig nach 2024 sind unterschiedliche Szenarien denkbar: In Szenario Nummer ein w\u00fcrde der Goldpreis unter 2000 US-Dollar je Feinunze sinken. Es k\u00e4me zu einer deflation\u00e4ren Konstellation wie in Japan, in der die US-Wirtschaft nicht gen\u00fcgend Fahrt aufnehmen kann, um sich aus Schuldenfalle herauszuarbeiten. In einem diametral entgegengesetzten Szenario setzt die US-Notenbank auf \u201eHelikoptergeld\u201c, um die Inflation k\u00fcnstlich anzuheizen und so die Schuldenlast zu senken. Der Goldpreis k\u00f6nnte dann problemlos \u00fcber 3000 US-Dollar je Feinunze steigen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter diesen Rahmenbedingungen m\u00fcssen US-Dollar- oder Pfund Sterling-Anleger einen h\u00f6heren Teil ihrer Anlagen in Gold investieren als Investoren, deren Referenzw\u00e4hrung der Schweizer Franken oder der Euro ist. Mit anderen Worten und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Der Schweizer Franken k\u00f6nnte dann zum \u201eGold der Mittellosen\u201c avancieren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: ETFWorld<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><br \/>\r\n<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p><!-- \/wp:more --><!-- wp:post-content --><p style=\"text-align: justify;\">Gold hat als Krisenw\u00e4hrung ausgedient. Bei Panikverk\u00e4ufen an den Aktienm\u00e4rkten haben nun andere Instrumente den Status als sicherer Hafen.<br \/>\r\n<!-- wp:more --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><br \/>\r\n<!-- wp:paragraph --><a href=\"\/newsletter\"><strong>Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/strong><\/a><!-- \/wp:paragraph --><br \/>\r\n<!-- wp:separator --><\/p>\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n<div class=\"title is-4 is-\">\r\n<p><strong>Von Fabrizio Quirighetti, Chief Investment Officer, Decalia<\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gold muss man daher aber nicht abschreiben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gold wurde lange Zeit als Fluchthafen angesehen. Doch heute ist es nicht mehr m\u00f6glich, Gold nur als sichere Anlage zu bezeichnen. Tats\u00e4chlich l\u00e4uft man schnell Gefahr, einer T\u00e4uschung anheimzufallen. Die j\u00fcngsten Schwankungen des Goldpreises strafen inzwischen jegliche Schematisierung L\u00fcgen. Es gab eine Zeit, da schossen die Goldkurse durch die Decke, als n\u00e4mlich die Anleger in einem Anfall von Panik die W\u00e4nde hochkletterten. Das ist jetzt allerdings nicht mehr der Fall, denn die Marktdynamik und die Marktakteure sind nicht mehr dieselben.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Gold kein sicherer Hafen mehr<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies wird klar, wenn man sich die Kursentwicklung der Feinunze seit Jahresbeginn ansieht: Nach einer langen Rallye knackte der Kurs im August die 2000-US-Dollar-Marke. Bis Ende Oktober reduzierte sich der Preis jedoch wieder auf etwa 1.850 US-Dollar. Dies alles trotz des Beginns der zweiten Covid-Welle und der Bef\u00fcrchtungen \u00fcber eine erneute Konjunkturabschw\u00e4chung. Als Lehman Brothers 2008 mitten in der Subprime-Krise in Konkurs ging, hatte sich der Goldpreis \u00e4hnlich verteuert, die 1900-US-Dollar-Marke jedoch nicht genommen. Dieser H\u00f6chststand wurde erst sp\u00e4ter 2011 erreicht. Auftrieb erhielt der Goldpreis seinerzeit durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstklassige Staatsanleihen oder Finanzierungsw\u00e4hrungen wie der Yen oder der Schweizer Franken k\u00f6nnen den begehrten Status eines sicheren Hafens bei Panikverk\u00e4ufen an den Aktienm\u00e4rkten viel eher f\u00fcr sich beanspruchen.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">US-Notenbank bestimmt Goldpreis<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mechanismen, die dem Goldpreis zugr unde liegen, sind erheblich komplexer geworden. Die heftigen Reaktionen der Anleger liefern nur einen Teil der Erkl\u00e4rung. Aus technischer Sicht wird der in US-Dollar notierte Goldkurs vor allem durch die Entwicklung der Realzinsen getaktet. Diese entsprechen den Nominalzinsen der 10-j\u00e4hrigen US-Schatzanweisungen\u2013 abz\u00fcglich der in den USA erwarteten Inflation, die f\u00fcr die Treasury Inflation Protected Securities (TIPS, inflationsindexierte US-Staatsanleihen) ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Korrelation zwischen Goldpreis und US-Realzinsen wird \u00fcberdeutlich, wann man die sich \u00fcberlappenden Kurvenverl\u00e4ufe seit 15 Jahren betrachtet: Sie entwickeln sich im Gleichschritt. Die Tiefst- und H\u00f6chstkurse von Gold fallen mit dem Beginn und dem Ende der Lockerungszyklen der US-Notenbank zusammen. Je st\u00e4rker die Realzinsen steigen, umso unattraktiver wird Gold als Wertreserve. Die derzeitige Konstellation mit Zinsen von 0,8% f\u00fcr 10-j\u00e4hrige US-Staatspapiere und einer in den kommenden zehn Jahren erwarteten durchschnittlichen Inflation von etwa 1,8%, f\u00fchrt zu finanzieller Repression mit gewaltigen Nachteilen f\u00fcr Sparer. Je st\u00e4rker die Realzinsen in den negativen Bereich sinken, umso st\u00e4rker zieht der Goldpreis an.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Neue Rekordpreise bis 2022<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind die groben Z\u00fcge. Kurz-, mittel- und langfristig sind die Aussichten f\u00fcr den Goldpreis folglich eng an die Inflationserwartungen und die Entwicklung der Nominalzinsen gekn\u00fcpft. Die beiden letzteren Elemente h\u00e4ngen selbst wiederum von der Wachstumsentwicklung und der Geldpolitik sowie von zahlreichen anderen Faktoren wie Staatsverschuldung und Wechselkurse ab.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurzfristig, d.h. In den n\u00e4chsten 3 bis 4 Monaten, ist eher mit einem anhaltenden Abw\u00e4rtstrend des Goldpreises zu rechnen: Die Zinsen steigen schneller als die Inflationserwartungen. Dieses Szenario entspricht dem Marktkonsens nach der US-Pr\u00e4sidentschaftswahl. Die von Joe Biden versprochenen, massiven Infrastrukturinvestitionen werden nicht nur die Inflationserwartungen anheizen, sondern auch die Wachstumsperspektiven verbessern. Die Folge wird letztendlich ein Anstieg der Realzinsen sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf mittlere Sicht, bis 2022 und 2023, sind jedoch neue Rekordpreise f\u00fcr Gold zu erwarten, das bereits ab dem n\u00e4chsten Jahr erneut die 2000-US-Dollar-Marke nehmen k\u00f6nne. Die Federal Reserve bleibt bei ihrer sehr entgegenkommenden Geldpolitik und k\u00f6nnte zur Kontrolle der langfristigen Zinsen selbst dann die Zinskurve steuern, wenn sich das nominale Wachstum erholt. Wie in den Jahren 2009 und 2013 wird die Reflation Realzinsen dr\u00fccken, w\u00e4hrend die Nominalzinsen gedeckelt werden.<\/p>\r\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Franken als \u201eGold der Mittellosen\u201c<\/h6>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Langfristig nach 2024 sind unterschiedliche Szenarien denkbar: In Szenario Nummer ein w\u00fcrde der Goldpreis unter 2000 US-Dollar je Feinunze sinken. Es k\u00e4me zu einer deflation\u00e4ren Konstellation wie in Japan, in der die US-Wirtschaft nicht gen\u00fcgend Fahrt aufnehmen kann, um sich aus Schuldenfalle herauszuarbeiten. In einem diametral entgegengesetzten Szenario setzt die US-Notenbank auf \u201eHelikoptergeld\u201c, um die Inflation k\u00fcnstlich anzuheizen und so die Schuldenlast zu senken. Der Goldpreis k\u00f6nnte dann problemlos \u00fcber 3000 US-Dollar je Feinunze steigen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter diesen Rahmenbedingungen m\u00fcssen US-Dollar- oder Pfund Sterling-Anleger einen h\u00f6heren Teil ihrer Anlagen in Gold investieren als Investoren, deren Referenzw\u00e4hrung der Schweizer Franken oder der Euro ist. Mit anderen Worten und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Der Schweizer Franken k\u00f6nnte dann zum \u201eGold der Mittellosen\u201c avancieren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: ETFWorld<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!-- \/wp:paragraph --><br \/>\r\n<!-- wp:paragraph --><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p><!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gold hat als Krisenw\u00e4hrung ausgedient. 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