{"id":35616,"date":"2025-03-17T15:11:40","date_gmt":"2025-03-17T14:11:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/?p=35616"},"modified":"2025-03-17T15:56:37","modified_gmt":"2025-03-17T14:56:37","slug":"wisdomtree-europas-erwachen-in-der-verteidigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wisdomtree-europas-erwachen-in-der-verteidigung\/","title":{"rendered":"WisdomTree : Europas Erwachen in der Verteidigung"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>WisdomTree<\/strong> :<strong>Europas Erwachen in der Verteidigung &#8211; St\u00e4rkung der Sicherheit angesichts des globalen Umbruchs.<\/strong><\/h5>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><br \/><a href=\"\/ch\/newsletter\"><strong>Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/strong><\/a><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aneeka Gupta, Director, Macroeconomic Research, WisdomTree \u00a0<\/strong><\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wettlauf um die St\u00e4rkung der europ\u00e4ischen Verteidigungskompetenzen ist in vollem Gange. Seit dem Einmarsch in der Ukraine fordern europ\u00e4ische Staats- und Regierungschefs zunehmend h\u00f6here Verteidigungsausgaben. Der Kontinent, der sich lange auf die Sicherheitsgarantien der USA verlassen hat, steht nun vor einem kritischen Wendepunkt. Die Schritte der US-Regierung zur Zusammenarbeit mit Russland, ohne sich mit den europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten oder der Ukraine zu beraten, unterstreichen die dringende Notwendigkeit, dass Europa seine Verteidigung selbst in die Hand nimmt. Diese geopolitische Realit\u00e4t hat die europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs zu der Einsicht gezwungen, dass die Unterst\u00fctzung durch die USA keine Garantie mehr ist, und forciert die Debatte \u00fcber unabh\u00e4ngige milit\u00e4rische Kompetenzen und Finanzierungsmechanismen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum steigen die europ\u00e4ischen Verteidigungsausgaben?<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Jahrzehnten geben die USA mehr Geld f\u00fcr die Verteidigung aus als Europa und tragen \u00fcber zwei Drittel zum Gesamthaushalt der NATO<sup>[1]<\/sup> bei. Die NATO sch\u00e4tzt jedoch, dass im Jahr 2024 23 von 32\u00a0Mitgliedern das Ziel von 2\u00a0% des BIP<sup>[2]<\/sup> f\u00fcr Verteidigungsausgaben erf\u00fcllen werden. Im Jahr 2022 waren es dagegen nur sieben und im Jahr 2014 nur drei Mitglieder<sup>[3]<\/sup>. Ambitioniertere Ziele sind im Gespr\u00e4ch. Polen steht mit einem Verteidigungshaushalt von 4,12\u00a0% des BIP an der Spitze, w\u00e4hrend die Diskussionen in der NATO darauf hindeuten, dass einige L\u00e4nder ihre Ausgaben auf 3\u00a0% oder mehr erh\u00f6hen m\u00fcssen<sup>1<\/sup>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abbildung\u00a01: Verteidigungsausgaben der NATO-Verb\u00fcndeten nach Russlands Einmarsch in der Ukraine<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <a href=\"https:\/\/www.etfworld.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/17-03-25-1-WisdomTree.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-29243\" src=\"https:\/\/www.etfworld.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/17-03-25-1-WisdomTree.png\" alt=\"17-03-25 1 WisdomTree\" width=\"650\" height=\"262\" \/><\/a><\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Atlantic Council, WisdomTree. Zahlen f\u00fcr 2024 sind Sch\u00e4tzungen. Island ist ausgenommen, da es kein stehendes Heer hat.\u00a0<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch komplexer wird es durch die Initiative des US Department of Government Efficiency (DOGE), das die Priorit\u00e4ten der US-Verteidigung umgestalten will. Die Umstellung von Cost-Plus- auf Festpreis-Vertr\u00e4ge unter dem DOGE setzt die am st\u00e4rksten in den USA engagierten R\u00fcstungsunternehmen unter finanziellen Druck, da die Ma\u00dfnahme Einschr\u00e4nkungen bei langfristigen Ausgabenzusagen zur Folge haben k\u00f6nnte. Das wiederum k\u00f6nnte zwei gegens\u00e4tzliche Auswirkungen haben: Zum einen k\u00f6nnte es die M\u00f6glichkeiten der USA begrenzen, die europ\u00e4ische Verteidigung \u00fcber die NATO zu finanzieren, zum anderen k\u00f6nnte es europ\u00e4ische Staaten dazu veranlassen, die Beschaffung in den eigenen L\u00e4ndern zu erh\u00f6hen und die Abh\u00e4ngigkeit von US-Verteidigungssystemen zu verringern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus verst\u00e4rken neue Sicherheitsbedrohungen wie Cyber-Kriegsf\u00fchrung, durch k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) gesteuerte Milit\u00e4rtechnologie und die zunehmende Pr\u00e4senz autorit\u00e4rer Regime den Bedarf an h\u00f6heren Verteidigungsinvestitionen. Die Abh\u00e4ngigkeit Europas von veralteter milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung aus der Zeit des Kalten Krieges ist ein weiterer kritischer Faktor, der die Staats- und Regierungschefs zur Modernisierung ihrer Waffensysteme dr\u00e4ngt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie wird Europa den Ausbau seiner Verteidigung finanzieren?<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aufstockung der Verteidigungsausgaben ist eine gewaltige Aufgabe, insbesondere angesichts der hohen Staatsverschuldung in Europa. Dennoch suchen die Verantwortlichen nach kreativen L\u00f6sungen, um die notwendigen Mittel zu sichern. Ein Ansatz ist die Umverteilung vorhandener EU-Haushaltsmittel, wobei sich die Diskussionen auf die Umlenkung nicht ausgegebener Mittel aus dem Koh\u00e4sionsfonds und der Aufbau- und Resilienzfazilit\u00e4t (ARF) konzentrieren. Allerdings k\u00f6nnen rechtliche Beschr\u00e4nkungen in EU-Vertr\u00e4gen ihre direkte Verwendung f\u00fcr Milit\u00e4rausgaben einschr\u00e4nken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere M\u00f6glichkeit ist die Emission von europ\u00e4ischen Verteidigungsanleihen nach dem Vorbild des erfolgreichen Pandemie-Hilfsfonds NextGenerationEU. Durch die B\u00fcndelung von Ressourcen auf EU-Ebene k\u00f6nnte ein koordinierter und kosteneffizienter Finanzierungsmechanismus geschaffen werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig gewinnen private Investitionen und \u00f6ffentlich-private Partnerschaften an Zugkraft. R\u00fcstungsunternehmen und institutionelle Investoren fungieren bei der Finanzierung von Gro\u00dfprojekten, insbesondere in den Bereichen Waffensysteme, Cyberverteidigung und k\u00fcnstliche Intelligenz, zunehmend als strategische Partner. Regierungen k\u00f6nnen diese Kooperationen nutzen, um die Beschaffung und den technologischen Fortschritt zu unterst\u00fctzen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz dieser Optionen ist eines klar: Europa muss ein nachhaltiges Finanzierungsmodell f\u00fcr seine Verteidigungsambitionen finden, ohne die wirtschaftliche Stabilit\u00e4t zu gef\u00e4hrden. Ob durch Finanzierung auf EU-Ebene, nationale Haushaltsumschichtungen oder Beteiligung des Privatsektors\u00a0\u2013 die Sicherung langfristiger Verteidigungsinvestitionen wird f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit und strategischen Autonomie Europas von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auswirkungen auf R\u00fcstungsaktien: Kann die starke Entwicklung anhalten?<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Europ\u00e4ische Verteidigungstitel verzeichnen seit 2022 einen starken Aufschwung, der auf steigende Auftragsbest\u00e4nde, Regierungsauftr\u00e4ge und die Erkenntnis zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass Milit\u00e4rausgaben nicht mehr optional sind. Im letzten Jahr legten europ\u00e4ische R\u00fcstungsaktien um 40,8\u00a0% zu und \u00fcbertrafen damit den allgemeinen europ\u00e4ischen Aktienmarkt (+11,4\u00a0%)<sup>[4]<\/sup>. Verteidigungswerte werden mit einem historisch hohen KGV<sup>[5]<\/sup> von ca.\u00a014 gehandelt, das leicht \u00fcber dem langfristigen Durchschnitt, aber immer noch unter den Spitzenmultiplikatoren liegt.<sup>[6]<\/sup><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drei wichtige Trends treiben den Aufschwung bei R\u00fcstungsaktien voran:<\/strong><\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li><strong>Auftragsbest\u00e4nde auf Rekordniveau<\/strong>: Der Auftragsbestand europ\u00e4ischer R\u00fcstungsfirmen liegt auf beispiellosem Niveau. Der Konsens prognostiziert f\u00fcr die Jahre 2024\u201329 ein durchschnittliches j\u00e4hrliches Wachstum (CAGR<sup>[7]<\/sup>) von rund 11\u00a0% beim Umsatz und etwa 16\u00a0% sowohl beim bereinigten EBIT<sup>[8]<\/sup> als auch beim bereinigten EPS<sup>[9]<\/sup>. Diesen Wachstumsraten stehen f\u00fcr den Zeitraum 2019\u201324 nur 8\u00a0%, 11\u00a0% bzw. 12\u00a0% gegen\u00fcber<sup>[10]<\/sup>.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abbildung\u00a02: Wachstumsprognose f\u00fcr den europ\u00e4ischen Verteidigungssektor<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.etfworld.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/17-03-25-2-WisdomTree.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-29244\" src=\"https:\/\/www.etfworld.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/17-03-25-2-WisdomTree.png\" alt=\"17-03-25 2 WisdomTree\" width=\"650\" height=\"325\" \/><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: Unternehmensdaten, Konsens laut Visible Alpha, WisdomTree, Stand: 31.\u00a0Januar 2025.<\/span><\/p>\r\n<ul style=\"text-align: justify;\">\r\n<li><strong>Regierungszusagen:<\/strong> Angesichts langfristiger Vertr\u00e4ge und wahrscheinlicher zus\u00e4tzlicher Ausgaben bleibt die Prognosesicherheit der Nachfrage hoch.<\/li>\r\n<li><strong>Das Streben der EU nach strategischer Autonomie:<\/strong> Die Europ\u00e4ische Kommission hat eine Europ\u00e4ische Verteidigungsindustriestrategie (European Defence Industrial Strategy, EDIS) vorgeschlagen, die darauf abzielt, bis 2030 mindestens 50\u00a0% und bis 2035 60\u00a0% der Beschaffungsbudgets in der EU auszugeben<sup>[11]<\/sup>.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit: Eine neue \u00c4ra f\u00fcr die Verteidigung Europas<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der europ\u00e4ische Verteidigungssektor tritt in eine neue \u00c4ra der Investitionen und der strategischen Autonomie ein. Angesichts wachsender geopolitischer Risiken und Ungewissheit \u00fcber die Unterst\u00fctzung durch die USA ergreifen europ\u00e4ische L\u00e4nder proaktive Ma\u00dfnahmen, um ein robusteres und eigenst\u00e4ndiges milit\u00e4risches \u00d6kosystem aufzubauen. Trotz fortbestehender Finanzierungsprobleme ist dieser Wandel angesichts der Dynamik, die von h\u00f6heren Haushaltsmitteln, technologischen Investitionen und NATO-Zusagen ausgeht, nicht nur notwendig, sondern unumg\u00e4nglich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die EU strukturelle Ver\u00e4nderungen im Beschaffungswesen unterst\u00fctzt, sind Verteidigungsaktien nach wie vor gut aufgestellt\u00a0\u2013 vor allem Titel, die in den Bereichen Land (z.\u00a0B. Munition, Fahrzeuge) und Luft (z.\u00a0B. Luftabwehr, Raketen, Drohnen) engagiert sind.<\/p>\r\n<hr \/>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup><strong>1<\/strong><\/sup><span style=\"font-size: 10pt;\">NATO\u00a0= North Atlantic Treaty Organisation, Organisation des Nordatlantikvertrags (ein zwischenstaatliches transnationales Milit\u00e4rb\u00fcndnis mit 32\u00a0Mitgliedstaaten).<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>2<\/sup>BIP\u00a0= Bruttoinlandsprodukt.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>3<\/sup>Erkl\u00e4rung zum NATO-Gipfel 2023 in Vilnius.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>4<\/sup>Bloomberg, Europ\u00e4ische Verteidigungswerte sind durch den MSCI Europe Aerospace\u00a0&amp; Defence Index und europ\u00e4ische Aktien durch den MSCI Europe Index dargestellt.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>5<\/sup>KGV\u00a0= Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>6<\/sup>Bloomberg, Stand: 31.\u00a0Januar 2025.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>7<\/sup>CAGR\u00a0= Compound Annual Growth Rate, durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsrate.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>8<\/sup>EBIT\u00a0= Earnings Before Interest and Taxes, Ergebnis vor Zinsen und Steuern.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>9<\/sup>EPS = Earnings per Share, Gewinn je Aktie.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>10<\/sup>Unternehmensdaten, Konsens laut Visible Alpha, WisdomTree, Stand: 31.\u00a0Januar 2025.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><sup>11<\/sup>Europ\u00e4ische Kommission: Gemeinsame Mitteilung an das Europ\u00e4ische Parlament und den Rat, Stand: August 2024.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: ETFWorld<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WisdomTree :Europas Erwachen in der Verteidigung &#8211; 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