{"id":14699,"date":"2018-01-12T10:00:00","date_gmt":"2018-01-12T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2018\/01\/12\/reyl-market-insight-marktkommentare-januar-2018-boersengang-von-saudi-aramco\/"},"modified":"2018-01-12T10:00:00","modified_gmt":"2018-01-12T10:00:00","slug":"reyl-market-insight-marktkommentare-januar-2018-boersengang-von-saudi-aramco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/reyl-market-insight-marktkommentare-januar-2018-boersengang-von-saudi-aramco\/","title":{"rendered":"REYL Market Insight: Marktkommentare januar 2018 \u2013 B\u00f6rsengang von Saudi Aramco"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Jahr ist noch nicht vorbei, aber sofern kein schwerer Schock eintritt, werden die Anleger 2017 als Jahr der Superlative in Erinnerung behalten&#8230;..<\/p>\n<p> <!--more--> <\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>REYL Market Insight<br \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Von Kinan Khadam-Al-Jame, Head of Investments &amp; Portfolio Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Saudi Arabien hat seine Absicht bekanntgegeben, f\u00fcnf Prozent seiner staatseigenen Erd\u00f6lf\u00f6rdergesellschaft Aramco zu verkaufen, dessen Wert von der Regierung auf 2&#8217;000 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzt wird. Diese Sch\u00e4tzung entspricht zwei Dritteln der Marktkapitalisierungen aller an der Londoner B\u00f6rse notierten Unternehmen. Aramco w\u00e4re damit mehr als doppelt so viel wert wie Apple. Wenn dieser Verkauf zustande kommt, w\u00e4re dies die gr\u00f6sste Aktienplatzierung in der Finanzgeschichte mit einem&nbsp; Volumen von 100 Milliarden Dollar (viermal so viel wie bei Alibaba). Der B\u00f6rsengang w\u00fcrde auch einen Einblick in die interne Funktionsweise eines der \u00f6ffentlichkeitsscheusten und verschwiegensten Unternehmen der Welt erlauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entscheidung, Aramco-Anteile zu verkaufen, ist Teil des Plans von Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS) zur Einrichtung des gr\u00f6ssten Staatsfonds der Welt. Er will damit das K\u00f6nigreich ein wenig von der Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit befreien. Eine noch gr\u00f6ssere Motivation f\u00fcr das K\u00f6nigreich ist in Wahrheit die Notwendigkeit, das Haushaltsdefizit von 83 Milliarden US-Dollar zu verringern. Das entspricht mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Jahres 2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sparmassnahmen in Saudi Arabien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Bem\u00fchungen, dieses Defizit auszugleichen, hat die Regierung die Subventionen gek\u00fcrzt und die L\u00f6hne im \u00f6ffentlichen Sektor gesenkt. Da diese ersten Massnahmen nicht ausreichten, beschloss das K\u00f6nigreich, durch eine Diversifizierung der Einnahmequellen bis zum Jahr 2030 die Effizienz der staatlichen Wirtschaft zu verbessern. Derzeit macht das \u00d6l fast 90 Prozent der gesamten Staatseinnahmen aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Privatisierung von Aramco wird folglich der erste Schritt zur Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts sein. MbS hofft, Riads Abh\u00e4ngigkeit vom Erd\u00f6l durch die Trennung des Konzerns vom Staat zu reduzieren und zugleich \u00fcber Kapital f\u00fcr Investitionen in neue Wirtschaftszweige zu verf\u00fcgen, vom Technologiesektor \u2013 mit einer Investition von 45 Milliarden US-Dollar in den Softbank Vision Fund \u2013 bis hin zum Gesundheits- und Tourismussektor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Privatisierung dieses saudischen Nationalguts ist f\u00fcr diesen Prozess zwar entscheidend, sie ist jedoch auch mit Hindernissen verkn\u00fcpft: Vom Krankenhausmanagement bis hin zum Bau von Strassen und Stadien \u2013 die Aramco-Gesellschaft hat sich zu einem Konglomerat entwickelt, dessen Interessen weit \u00fcber die Energie hinausgehen. Die Abspaltung der Nebenaktivit\u00e4ten wird sich also als komplexes Unterfangen herausstellen. Sie ist aber notwendig, damit sich Investoren auf das Erd\u00f6lpotenzial von Aramco konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem wird es schwierig sein, den Markt vom angek\u00fcndigten Wert von 2&#8217;000 Milliarden US-Dollar zu \u00fcberzeugen, denn Aramco hat nur wenige Finanzinformationen mitgeteilt. Einige Zahlen sind nicht im Jahresbericht enthalten. Das betrifft insbesondere die Ums\u00e4tze und Gewinne des Konzerns. Ausserdem sind die komplexe Struktur der Gesellschaft, ihre einzigartige und systemrelevante Rolle im K\u00f6nigreich und die mit dem geplanten B\u00f6rsengang verbundenen rechtlichen Probleme nur einige der Schwierigkeiten, mit denen die saudi-arabischen Beh\u00f6rden bei einem internationalen B\u00f6rsengang konfrontiert sein werden. So rechnen die Analysten von Sanford C. Bernstein &amp; Co. und Rystad Energy AS mit einer etwa halb so hohen Bewertung, ohne die Frage nach der tats\u00e4chlichen unter dem Sand der saudischen W\u00fcste verborgenen \u00d6lmenge zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie hoch sind die \u00d6lreserven?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Menge an \u00d6l, die Aramco nach eigenen Angaben kontrolliert, ist eine grundlegende Frage, die noch ungekl\u00e4rt ist. Aramco m\u00fcsste die gesamten von der Regierung bekannt gegebenen \u00d6lreserven im Umfang von 261 Milliarden Barrel kontrollieren, um den angepeilten maximalen B\u00f6rsenwert zu erzielen. Die wiederholten Bekr\u00e4ftigungen des K\u00f6nigreichs, dass der Wert von 2&#8217;000 Milliarden US-Dollar gerechtfertigt sei, legen nahe, dass die Erfassung der gesamten \u00d6lreserven in der Bilanz vorgesehen ist. Aller Voraussicht nach werden die 8,43 Milliarden Kubikmeter Erdgas (entspricht 49 Milliarden Barrel \u00d6l) ebenfalls ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Hindernis f\u00fcr den B\u00f6rsengang zum angek\u00fcndigten Preis ist der eingeschr\u00e4nkte Zugang zum \u00d6l. Bei fr\u00fcheren Privatisierungen von \u00d6lgesellschaften, zum Beispiel dem norwegischen Unternehmen Statoil, hatte die Regierung ausl\u00e4ndischen Konkurrenten nicht nur die Erschliessung von \u00d6lvorkommen im Land, sondern auch den Besitz von Teilen des norwegischen Festlandsockels gestattet. Durch diesen Ansatz konnten Investoren sich ein klareres Bild von der Leistung von Statoil im Vergleich zu seinen internationalen Pendants verschaffen. Auch die \u00dcberpr\u00fcfung der \u00d6lreserven wurde dadurch erleichtert. Umgekehrt hatten ausl\u00e4ndische \u00d6lgesellschaften seit der Verstaatlichung dieser Industrie 1980 nur begrenzt Zugang zu \u00d6l aus Saudi-Arabien, zum Beispiel durch Joint Ventures oder auf anderem Wege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem lassen manche Annahmen darauf schliessen, dass Saudi Arabien nur einen Teil von Aramco privatisieren w\u00fcrde (vor allem das Raffineriegesch\u00e4ft), um den gr\u00f6ssten Teil der Gesellschaft vor der \u00d6ffentlichkeit abzuschirmen. Unserer Analyse zufolge wird dies jedoch nicht der Fall sein. Der B\u00f6rsengang wird voraussichtlich die gesamte Gesellschaft betreffen, darunter auch die \u00d6lf\u00f6rderung sowie die nachgelagerte Raffination und chemische Aufbereitung. Ganz gleich, wie hoch die kontrollierte \u00d6l- und Gasmenge ist, Gewinne spielen f\u00fcr den Markt eine wichtigere Rolle als Verm\u00f6genswerte. Die H\u00f6he dieser Gewinne h\u00e4ngt von zwei Faktoren ab: von den \u00d6lpreisen und Steuersenkungen. Im vergangenen M\u00e4rz wurde mit einem k\u00f6niglichen Erlass der Steuersatz im \u00d6l- und Gassektor gesenkt. F\u00fcr Aramco reduzierte sich dadurch die Steuerbelastung von 85 Prozent auf 50 Prozent, was den Konzern attraktiver machte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>London, New York oder Hongkong?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ort der Notierung k\u00f6nnte auch einen Einfluss auf die Bewertung des Unternehmens haben. Die B\u00f6rsen in New York und London stehen bei der Emission im Ausland an erster Stelle, aber auch Hongkong w\u00e4re gerne mit von der Partie. Obwohl die USA mit dem gr\u00f6ssten Finanzmarkt der Welt und London mit seiner internationaleren Ausrichtung attraktiver erscheinen, stellt der Eintritt in diese beiden B\u00f6rsenpl\u00e4tze dennoch eine Herausforderung dar. Zwar sind schon viele multinationale Rohstoffunternehmen an der Londoner B\u00f6rse notiert, jedoch k\u00f6nnten einige Vorschriften f\u00fcr Aramco abschreckend wirken. So besteht an der britischen B\u00f6rse f\u00fcr jedes Unternehmen die Pflicht, 25 Prozent seiner Aktien an der B\u00f6rse zu platzieren. Aramco ist aber nur bereit, f\u00fcnf Prozent der Gesellschaft zu verkaufen. Es m\u00fcsste folglich eine Ausnahmeregelung getroffen werden, damit Aramco in diesen Markt eintreten kann. Eine Notierung an der New York Stock Exchange w\u00e4re hingegen mit anderen Schwierigkeiten verbunden: Im September 2017 \u00fcberstimmte der US-Kongress ein Veto des Pr\u00e4sidenten, und verabschiedete den \u00abJustice Against Sponsors of Terrorism Act\u00bb, der Klagen von US-B\u00fcrgern gegen Staaten erlaubt, wenn diese sich selbst von Terroristen aus einem bestimmten Land bedroht f\u00fchren. Seit der Verabschiedung dieses Gesetzes wurden gegen das K\u00f6nigreich bereits Klagen wegen der Beteiligung von Saudi Arabern an den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001 eingereicht. Die saudi-arabische Regierung ist somit Risiken in Verbindung mit Gerichtsverfahren ausgesetzt. Im Falle einer Notierung in New York w\u00fcrde das auch f\u00fcr Investoren erhebliche Risiken mit sich bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich k\u00f6nnten alle Bedenken \u00fcber das L\u00e4nderrisiko am Markt negative Auswirkungen auf die vom K\u00f6nigreich angestrebte Bewertung von 2&#8217;000 Milliarden US-Dollar haben. Die saudi-arabischen Beh\u00f6rden m\u00fcssen dies im Blick behalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der B\u00f6rsengang des Unternehmens d\u00fcrfte aller Voraussicht nach nicht vor 2019 abgeschlossen sein. Die Gesellschaft erw\u00e4gt auch eine Privatplatzierung ihrer Aktien bei anderen Staatsfonds, zum Beispiel in China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn die Transaktion rund um Saudi Aramco von gigantischem Ausmass erscheint, so ist sie durchaus machbar, sofern den Investoren die notwendigen Informationen ordnungsgem\u00e4ss mitgeteilt werden. Wie sich dieses k\u00f6nigliche Juwel optimal bewerten l\u00e4sst, bleibt weiter unklar. Saudi-Arabien k\u00f6nnte sich bei der Verwirklichung dieses Ziels aber noch einer anderen Herausforderung gegen\u00fcbersehen: der Bereitschaft der Beh\u00f6rden, die nationalen Erd\u00f6laktivit\u00e4ten des K\u00f6nigreichs mit einer skeptischen und mitunter kritischen Welt zu teilen.&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr ist noch nicht vorbei, aber sofern kein schwerer Schock eintritt, werden die Anleger 2017 als Jahr der Superlative in Erinnerung behalten&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":16456,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[1],"tags":[133],"class_list":["post-14699","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-reyl"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14699"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14699\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}