{"id":14463,"date":"2018-02-28T23:00:00","date_gmt":"2018-02-28T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2018\/02\/28\/wisdom-tree-japan-dieses-mal-ist-anders\/"},"modified":"2018-02-28T23:00:00","modified_gmt":"2018-02-28T23:00:00","slug":"wisdom-tree-japan-dieses-mal-ist-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wisdom-tree-japan-dieses-mal-ist-anders\/","title":{"rendered":"Wisdom Tree:  Japan &#8211; Dieses Mal ist anders"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDieses Mal ist anders.\u201c Das sind vier sehr gef\u00e4hrliche W\u00f6rter. Ich sehe Japan positiv, und es f\u00e4llt mir im Moment sicherlich schwer, zu \u00fcberzeugen&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<div class=\"xblog-post-header\" style=\"text-align: justify;\">Das Verm\u00e4chtnis der verlorenen Jahrzehnte Japans wiegt extrem schwer. Als Japan-Optimist treffe ich oft auf \u00e4hnliche Reaktionen wie die von eingefleischten Elvis-Fans, wenn sie darauf bestehen, dass \u201eder King noch lebt\u201c. Doch im Gegensatz zum King des Rock\u2019n\u2019Rolls ist die japanische Wirtschaft h\u00f6chst lebendig. In der Tat gibt es eine Vielzahl an harten empirischen Fakten, die beweisen, dass Japan sich nicht nur ver\u00e4ndert, sondern auch das Zeug dazu hat, zu einer Wirtschaftsmacht aufzusteigen und aufgrund seiner wirtschaftlichen Nachhaltigkeit von der ganzen Welt beneidet zu werden. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist dieses Mal also anders? Warum wird Japan nicht erneut in ein verlorenes Jahrzehnt abrutschen? Wegen den folgenden vier grundlegenden Kr\u00e4ften, die sich vom Negativen ins Positive gewandelt haben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Die Eigent\u00fcmerstruktur japanischer Unternehmen hat sich von einem geschlossenen, Insider-basierten System zu einem offenen und wettbewerbsorientierten System gewandelt <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eigent\u00fcmerschaft spielt in der Wirtschaft eine zentrale Rolle. Das Anteilseigentum bildet die Grundlage der Macht f\u00fcr alle wesentlichen Unternehmensentscheidungen \u2013 finanziell, strategisch und personell. Die Unternehmenskultur wird durch die Eigent\u00fcmerschaft definiert. Vor zwanzig Jahren war in der japanischen Wirtschaft mehr als die H\u00e4lfte des Anteilseigentums in Kreuzbeteiligungen nach dem \u201eMochiai\u201c-Prinzip gebunden. Heute betr\u00e4gt dieser Anteil weniger als f\u00fcnf Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Zusammenbruch der japanischen \u201eKeiretsu\u201c-Eigent\u00fcmerstruktur ist der Grund f\u00fcr meinen optimistischen Ausblick f\u00fcr Japan. Fr\u00fcher bestand die japanische Wirtschaft aus einem System des Insider-Kapitalismus, das Anreize f\u00fcr schlechte wirtschaftliche Entscheidungen bot \u2013 Gruppen von Banken gew\u00e4hrten Gruppen von Unternehmen nicht auf der Grundlage wirtschaftlicher Leistungen Kredite, sondern um Beziehungen zu pflegen. Dies zwang Gruppen von Unternehmen in der Supply Chain in eine v\u00f6llige Abh\u00e4ngigkeit gegen\u00fcber den Mischkonzernen und ihren Banken, deren Eigentum sie waren. Jegliche Preispolitik wurde dadurch verhindert und es gab keinen Spielraum f\u00fcr eine wettbewerbliche Diversifizierung oder Unabh\u00e4ngigkeit. Stellen Sie sich vor, am Aufbau Ihres Unternehmens war Ihr Schwager als Lieferant beteiligt. Es w\u00e4re im Prinzip unm\u00f6glich, ihn fallen zu lassen, sobald ein effizienterer und besserer Lieferant gefunden werden w\u00fcrde, und ihn durch Anreize dazu zu bringen, sich zu \u00e4ndern, w\u00fcrde Zeit in Anspruch nehmen und sowohl die Kapital- als auch die Opportunit\u00e4tskosten nach oben treiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Finanzwesen f\u00fchrten die \u201eMochiai\u201c-Kreuzbeteiligungen zu einer Schuldenblase und hielten als Folge \u201eZombie\u201c-Unternehmen sehr viel l\u00e4nger am Leben, als ihr wirtschaftlicher Wert es rechtfertigte. Im Management sorgte dies f\u00fcr eine Unternehmenskultur der \u201egeschlossenen Festung\u201c. Sie bestand aus Regeleinhaltern und Ja-Sagern, die im Fall eines Misserfolgs nirgendwo anders hingegen konnten \u2013 die anderen Festungen standen ihnen nicht offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz dazu haben sich japanische Unternehmen heute aus der Zwangsjacke des Gruppeneigentums befreit und sich von einem geschlossenen Club mit streng kontrollierter Mitgliedschaft zu einer gesch\u00e4ftsorientierten Struktur gewandelt. Der aktuelle Fall von Toshiba beweist dies: Fr\u00fcher h\u00e4tte man in Japan alles getan, um Toshiba in der Gruppe zu behalten, sodass die Verm\u00f6genswerte von Toshiba weiterhin durch die Gruppe h\u00e4tten kontrolliert werden k\u00f6nnen. Stattdessen hat sich das Eigentum an Toshiba grundlegend ver\u00e4ndert. Kapital ist von au\u00dfen ins Unternehmen geflossen und die Verm\u00f6genswerte werden strategisch auf die Kernkompetenz ausgerichtet. Das Undenkbare ist eingetreten: Verkauf von Verm\u00f6genswerten, Ausgliederungen, Direktoren und F\u00fchrungskr\u00e4fte von au\u00dfen. Obwohl es sich bei Toshiba um einen dramatischen Fall handelt, lassen sich jetzt zahlreiche Beispiele einer wirtschaftlich rationalen Ver\u00e4nderung von Unternehmensstrategien in allen Branchen beobachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man sollte sich jedoch keinen Illusionen hingeben \u2013 die neue Offenheit Japans wird durch den Abbau der Kreuzbeteiligungsstruktur m\u00f6glich gemacht. Die japanische Wirtschaft hat sich von einem geschlossenen und Insider-orientierten System zu einem System entwickelt, das nicht nur gesch\u00e4ftlich offen ist, sondern auch offen ist gegen\u00fcber neuen strategischen Partnerschaften, Open-Source-Innovationen und der Vorstellung, die Verm\u00f6genswerte der Kernkompetenz so schwer arbeiten zu lassen wie nie zuvor. Ja, es ist dieses Mal anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Japan befindet sich an einem demografischen Optimalpunkt und eine neue Mittelschicht wird sich herausbilden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Japan befindet sich aktuell an einem Optimalpunkt, was seine Demografie anbelangt. Ich prognostiziere sogar, dass Japan die einzige entwickelte Wirtschaft sein wird, die das von politischen Entscheidungstr\u00e4gern verfolgte ultimative Ziel erreicht \u2013 die Entwicklung einer neuen japanischen Mittelschicht in den kommenden drei bis f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahlen sprechen f\u00fcr sich selbst: Obwohl die absolute Zahl der Gesamtbesch\u00e4ftigten \u2013 alle Menschen zwischen 15 und 65 Jahren \u2013 in den vergangenen zwei Jahren um rund ein halbes Prozent zur\u00fcckgegangen ist, steht dem ein stetiger Anstieg der Besch\u00e4ftigungsquote von rund 1,5 Prozent entgegen. Die Belastung durch sinkende Bev\u00f6lkerungszahlen wird also durch einen Anstieg der Menschen, die arbeiten und am wirtschaftlichen Leben teilhaben, mehr als ausgeglichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da das Angebot an Arbeitskr\u00e4ften sinkt, bieten Unternehmen bessere Besch\u00e4ftigungsbedingungen und h\u00f6here Geh\u00e4lter. Es geht hierbei jedoch nicht nur um eine h\u00f6here Verg\u00fctung. Es ist das Gesamtpaket an Besch\u00e4ftigungsbedingungen, das dar\u00fcber entscheidet, ob eine Arbeitsstelle angetreten wird oder man lieber zu Hause bleibt \u2013 Arbeitsplatzsicherheit, Karriereentwicklung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Positive Ver\u00e4nderungen lassen sich bereits beobachten. Unternehmen schaffen nun Netto-Vollzeitarbeitspl\u00e4tze \u2013 eine komplette Kehrtwende der Entwicklung der vorhergehenden 20 Jahre. Von 1995 bis 2015 zerst\u00f6rte die japanische Wirtschaft Vollzeitstellen, da nur Teilzeitstellen geschaffen wurden. Dadurch stieg der Anteil der Teilzeitbesch\u00e4ftigung an der Gesamtbesch\u00e4ftigung von 20 auf fast 40 Prozent. Vor ca. zwei Jahren begann sich dies zu ver\u00e4ndern, und 2017 waren mehr als die H\u00e4lfte aller neu geschaffenen Stellen Vollzeitstellen. Viele f\u00fchrende Unternehmen haben damit begonnen, in Teilzeit Besch\u00e4ftigte auf Vollzeitbasis neu einzustellen.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bedeutung der Ver\u00e4nderung bei der Qualit\u00e4t der geschaffenen Stellen \u2013 in Vollzeit statt in Teilzeit \u2013 kann nicht genug betont werden. Dies ist ein zentraler Punkt jedes guten Wirtschaftszyklus: Die Einkommen sind nicht nur h\u00f6her, sondern auch vorhersehbar, was die Aufnahme von Fremdkapital und Krediten erm\u00f6glicht. Ein guter Arbeitsmarktzyklus f\u00fchrt zu einer besseren und stabileren Gesellschaft. Beispielsweise gehen die Zahlen der Haushaltsgr\u00fcndungen und Eheschlie\u00dfungen wieder nach oben. Ja, es ist anders: In Japan sieht es ganz danach aus, als w\u00fcrde die aktuell junge Generation es besser haben als ihre Eltern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Die \u00f6ffentliche Ordnung hat sich von politischer Instabilit\u00e4t und Ad-hoc-L\u00f6sungen zu Stabilit\u00e4t und wachstumsf\u00f6rdernder Konstanz gewandelt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen 1990 und 2012 hatte Japan eine der instabilsten politischen F\u00fchrungen in der neueren Geschichte. Im Gegensatz dazu ist das heutige Japan zu einer Bastion der politischen Stabilit\u00e4t geworden. Premierminister Shinzo Abe feiert diesen Monat sein f\u00fcnfj\u00e4hriges Amtsjubil\u00e4um und, was noch wichtiger ist, die aktuellen Wahlergebnisse haben die Chancen, dass Team Abe auf absehbare Zeit im Amt bleibt, erh\u00f6ht. Das sind f\u00fcr uns alle im privaten Sektor gute Nachrichten \u2013 ob wir uns als Unternehmer, Wirtschaftsf\u00fchrer, Investoren, Konsumenten, Pension\u00e4re oder eine Kombination daraus sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich werden Sie mit der Politik von Abe einverstanden sein oder auch nicht, es sind jedoch die Vorhersehbarkeit und die Konstanz der Politik, die oft wichtiger sind als die Inhalte. Ein Hin und Her ist das Schlimmste, was passieren kann. Je weniger sich Unternehmer und Wirtschaftsf\u00fchrer darauf verlassen k\u00f6nnen, wie Steuergesetze, Investitionsvorschriften, die Energiepolitik, das Arbeitsrecht oder die Kosten f\u00fcr das Gesundheitswesen in ein paar Jahren aussehen werden, desto vorsichtiger werden sie. Ebenso wie die politische Stabilit\u00e4t Japans in den 1960er-, 1970er- und 1980erJahren wichtig war f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg, war die Falle der politischen Instabilit\u00e4t und einer unsicheren Regierung ein gro\u00dfer Negativfaktor, der den Unternehmergeist und die Bereitschaft des privaten Sektors, Risiken einzugehen und in die Zukunft zu investieren, beeintr\u00e4chtigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob Sie auf der Seite von Team Abe stehen oder nicht, es kann eine kontinuierliche Erfolgsbilanz der Unternehmens- und Wachstumsf\u00f6rderung nachweisen. Fraglos k\u00f6nnte mehr getan werden, um Unternehmertum und Wachstum zu f\u00f6rdern, doch die grundlegende Richtung ist jetzt eine konstruktive. Insbesondere ist eine vorzeitige Versch\u00e4rfung der Geldpolitik nun unwahrscheinlich. W\u00e4hrend der Zeitraum 1990 bis 2012 von einer sich wiederholenden \u201eStop-and-Go\u201c-Geldpolitik und fiskalischen Boom-Bust-Zyklen gepr\u00e4gt war, h\u00e4lt Team Abe den konstanten Kurs einer moderaten fiskalischen und geldpolitischen Unterst\u00fctzung. Dies schafft wiederum ideale Bedingungen f\u00fcr den privaten Sektor, um nicht nur ein stabiles Wachstum, sondern Fluchtgeschwindigkeit zu entwickeln. Dieses Mal ist anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Die herrschende Elite Japans steht nun gemeinsam hinter ihrem Ziel, den Status Japans als Nation der ersten Riege zur\u00fcckzugewinnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ver\u00e4nderungen am Unternehmenseigentum und politische Stabilit\u00e4t sind die tiefen strukturellen Ver\u00e4nderungen, die stattgefunden haben, doch am wichtigsten ist vielleicht, dass die Motivation und der Ehrgeiz der herrschenden Elite Japans ein neues Ziel gefunden hat. Einfach ausgedr\u00fcckt hat der Aufstieg Chinas von einer aufstrebenden Wirtschaft zu einem globalen Wettbewerber die Aufmerksamkeit der japanischen Elite in den vergangenen Jahrzehnten wie nichts anderes fokussiert. Japan m\u00f6chte auf keinen Fall zu einer wirtschaftlichen Kolonie Chinas werden. Premierminister Abe betonte in einer Rede im amerikanischen Kongress die Dringlichkeit grundlegender Ver\u00e4nderungen im wirtschaftlichen Aufbau Japans, indem er sie als unausweichlich bezeichnete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meinen rund 30 Jahren im Gesch\u00e4ft habe ich die herrschenden Eliten \u2013 Politiker, Technokraten, unternehmerische und gesellschaftliche Vordenker, ob jung oder alt \u2013 noch nie so vereint in ihrem Eifer gesehen, den Status Japans als unangefochtene Nation der ersten Riege zur\u00fcckzugewinnen. W\u00e4hrend die vergangenen Jahrzehnte von Schwarzseherei und Fatalismus gepr\u00e4gt waren, zeichnet sich das Japan von heute durch Ehrgeiz, Selbstvertrauen und einen neu gewonnenen Idealismus aus. Japan m\u00f6chte Japan sein, nicht Amerika und auch nicht China.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemand kann im Moment sagen, wie das neue Japan aussehen wird, doch ein neues Japan ist zweifelsohne in der Entstehung. Diese Mal ist anders \u2013 es gibt Anlass f\u00fcr Optimismus, Japan.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div>\n<div id=\"ctl00_MainContent_pnlArticle\">\n<div class=\"col margin col-left\">Source: ETFWorld<\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDieses Mal ist anders.\u201c Das sind vier sehr gef\u00e4hrliche W\u00f6rter. 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