{"id":13208,"date":"2014-11-19T08:00:00","date_gmt":"2014-11-19T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2014\/11\/19\/lgt-em-fokus-schleichende-modifikation-in-indien\/"},"modified":"2014-11-19T08:00:00","modified_gmt":"2014-11-19T08:00:00","slug":"lgt-em-fokus-schleichende-modifikation-in-indien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/lgt-em-fokus-schleichende-modifikation-in-indien\/","title":{"rendered":"LGT: EM Fokus: Schleichende Modifikation in Indien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/strong>Nach der Wahl von Narendra Modi herrscht wieder Aufbruchsstimmung in Indien. Wirtschaftskreise und Investoren hegen grosse Hoffnungen in die neue Regierung. Eine R\u00fcckkehr auf die Erfolgsspur scheint m\u00f6glich. Anleger sollten sich durch das Ausbleiben von radikalen Reformen nicht verwirren lassen, denn Indien muss nicht revolutioniert, sondern lediglich modifiziert werden&#8230;&#8230;&#8230;. &#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Daniel Kunz, Financial Economist bei LGT Capital Partners.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p>{loadposition notizie}<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><\/span>Indien galt aufgrund seiner vorteilhaften Demographie, eines rapide wachsenden Mittelstandes und dem immensen Aufholpotential lange als besonders attraktiver Investitionsstandort. Im Nachgang der Weltfinanzkrise 2008 hat die drittgr\u00f6sste Volkswirtschaft Asiens aber deutlich an Glanz eingeb\u00fcsst. Zwar war man wegen der geringen Integration in die globale Wertsch\u00f6pfungskette vom internationalen Nachfrageeinbruch weniger betroffen als andere Schwellenl\u00e4nder, doch geblendet von billigen Krediten infolge der weltweit ultraexpansiven Geldpolitik zeichnete sich die alte Regierung danach nur noch durch Misswirtschaft aus. Reformen versandeten, B\u00fcrokratie sowie Staatschulden schwellten an, und das Vertrauen in den Staat litt unter Korruptions- und Betrugsf\u00e4llen. Indien wurde von den internationalen Investoren deutlich abgestraft, ausbleibende ausl\u00e4ndische Investitionen schlugen sich in einem r\u00fcckl\u00e4ufigen Wirtschaftswachstum nieder, die W\u00e4hrung sackte ab, und die Inflationsraten stiegen an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Impulse schon alleine dank der Vorschusslorbeeren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun scheint dieser Teufelskreis aus fallenden Wachstumsraten, Kapitalabfl\u00fcssen, W\u00e4hrungsabwertung und steigenden Inflationsraten mit der \u00fcberw\u00e4ltigenden Wahl von Narendra Modi als Premierminister zumindest vorerst durchbrochen. Modi geniesst dank seinen Erfolgen als Regierungschef des Bundesstaats Gujarat, wo er mit einer zielgerichteten Reformpolitik den Grundstein f\u00fcr ein starkes Wirtschaftswachstum legte, einen hervorragenden Ruf bei Industriellen und Investoren. Bei so viel Beifall kommen erste Erfolge zwangsl\u00e4ufig: Ihm nahestehende Unternehmer nehmen zuvor zur\u00fcckgestellte Investitionen in Milliardenh\u00f6he vor, Sentiment und Wirtschaftsaussichten verbessern sich. Da sich auch die globalen Investoren vom aufkeimenden Optimismus anstecken lassen, steigen Kapitalzufl\u00fcsse, die W\u00e4hrung stabilisiert sich und der Inflationsdruck l\u00e4sst nach. Letzteres d\u00fcrfte es der Zentralbank erm\u00f6glichen, die Leitzinsen zu senken und somit die Investitionsnachfrage weiter zu stimulieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Trotzdem sind l\u00e4ngerfristig Reformen zwingend<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den Schwung aber l\u00e4ngerfristig aufrecht zu erhalten und nicht bei ersten Zweifeln wieder in die Abw\u00e4rtsspirale hineingezogen zu werden, kommt die Regierung dennoch nicht um Reformschritte herum. Dank des starken Mandats \u2013 Modis Bharatiya Janata Partei (BJP) verf\u00fcgt im Unterhaus \u00fcber die absolute Mehrheit \u2013 d\u00fcrften die Hindernisse f\u00fcr solche Vorhaben geringer sein als unter der Vorg\u00e4ngerregierung. Trotzdem sind keine radikalen Schritte zu erwarten. Modis W\u00e4hlerbasis, die zu einem grossen Teil aus der aufstrebenden Mittelschicht stammt, w\u00fcrde es nicht goutieren, pl\u00f6tzlich marktkonforme Preise f\u00fcr Benzin und Diesel zahlen zu m\u00fcssen. Auch Privatisierungen sind in Indien umstritten, gelten sie doch nach jahrzehntelanger sozialistischer Propaganda als partieller Ausverkauf der Nation. Damit sei auch gesagt, dass sich Indiens Langzeitprobleme \u2013 sch\u00e4dliche Staatssubventionen, \u00fcberbordende B\u00fcrokratie und Korruption \u2013 wohl kaum in Luft aufl\u00f6sen werden. Von der neuen Regierung ist kein radikaler Umbau, sondern nur eine wohldosierte Modifikation zu erwarten. Der Schwerpunkt liegt dabei bei einer Vereinfachung b\u00fcrokratischer Prozesse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Indien hat noch ein enormes Aufholpotential<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die B\u00e4ume werden damit nicht in den Himmel wachsen. M\u00fcssen sie aber auch nicht, denn fast nirgends h\u00e4ngen die Fr\u00fcchte so tief wie in Indien. Sogar gegen\u00fcber anderen Schwellenl\u00e4ndern besteht noch ein immenses Aufholpotential. Chinas Wohlstand gemessen am Bruttoinlandprodukt pro Kopf ist beispielsweise mehr als viermal so gross wie derjenige von Indien. Brasilien und Russland \u00fcbertrumpfen das zweitbev\u00f6lkerungsreichste Land der Welt sogar um das Sieben- bzw. Neunfache. Nat\u00fcrlich gibt es keine Garantie, dass diese L\u00fccke in naher Zukunft geschlossen wird. Doch der neuen Regierung bietet sich die M\u00f6glichkeit, mit Infrastrukturinvestitionen, dem Abbau von B\u00fcrokratieh\u00fcrden und einer damit zusammenh\u00e4ngenden besseren Integration in die globale Wertsch\u00f6pfungskette vergleichsweise einfach neue Potentiale freizulegen. Davon d\u00fcrften nicht zuletzt auch die Anleger profitieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Indiens Aktienm\u00e4rkte n\u00e4hern sich den H\u00f6chstst\u00e4nden<\/strong><br \/> Die Grafik (siehe PDF, Seite 2) zeigt die Aktienperformance der BRIC-Staaten sowie des Weltmarktindex. Seit sich die Wahl von Narendra Modi als neuer Pr\u00e4sident abzeichnete, gewann der MSCI Indien deutlich an Wert. Mit einer Rendite von \u00fcber 30% seit Jahresbeginn, stellt er sowohl die anderen Schwellenl\u00e4nder-Schwergewichte sowie auch den MSCI World klar in den Schatten. Zuvor hatte die B\u00f6rse in Mumbai jahrelang stagniert und wurde zwischenzeitlich immer wieder von starken Risikoaversionssch\u00fcben heimgesucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.advisorworld.ch\/images\/stories\/NOTIZIE\/19-11-14_1LGT.png\" alt=\"19-11-14 1LGT\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><strong>Indiens Wohlstand hinkt den anderen Schwellenl\u00e4ndern hinterher<\/strong><br \/> Die zweite Grafik&nbsp; (siehe PDF, Seite 2) zeigt, dass Indiens Wohlstand gemessen am Bruttoinlandprodukt pro Kopf immer noch deutlich unter den Werten der anderen Schwellenl\u00e4nder liegt. W\u00e4hrend letztere aufgrund der \u201eMittleren Einkommens-Falle\u201c mit einer strukturellen Wachstumsverlangsamung rechnen m\u00fcssen, kann Indien mit einer pragmatischen Reformpolitik die Wachstumsdynamik weiter verbessern.<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.advisorworld.ch\/images\/stories\/NOTIZIE\/19-11-14_2LGT.png\" alt=\"19-11-14 2LGT\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: ETFWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Wahl von Narendra Modi herrscht wieder Aufbruchsstimmung in Indien. Wirtschaftskreise und Investoren hegen grosse Hoffnungen in die neue Regierung. Eine R\u00fcckkehr auf die Erfolgsspur scheint m\u00f6glich. 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