{"id":12878,"date":"2013-11-13T07:00:00","date_gmt":"2013-11-13T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2013\/11\/13\/schwellenlaender-opfer-des-tapering\/"},"modified":"2013-11-13T07:00:00","modified_gmt":"2013-11-13T07:00:00","slug":"schwellenlaender-opfer-des-tapering","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/schwellenlaender-opfer-des-tapering\/","title":{"rendered":"Schwellenl\u00e4nder \u2013 Opfer des \u00abTapering\u00bb?"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/strong>Am 22. Mai stellte der Vorsitzende der Federal Reserve Ben Bernanke erstmals die behutsame Normalisierung der US-Geldpolitik in Aussicht. Die \u00abTapering\u00bb-Angst war geboren und bot bis Ende Juni den Anlass f\u00fcr ziemlich heftige Turbulenzen an den Finanzm\u00e4rkten&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>Mikio Kumada, Global Strategist von LGT Capital Management<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders hart traf es die Schwellenl\u00e4nder. Ist \u00abTapering\u00bb aber wirklich \u00abSchuld\u00bb an der EM-Schw\u00e4che? Und w\u00e4re es wirklich so problematisch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wer ist \u00abSchuld\u00bb an der relativen Schw\u00e4che der Emerging Markets?<\/strong><br \/> Die ber\u00fcchtigte \u00abTapering\u00bb-Angst hat sich im Laufe der vergangenen Wochen gelegt. Die relative Performance der Schwellenl\u00e4nder hat sich aber nicht verbessert. Der S&amp;P 500 notiert heute 6.8% und der EuroStoxx 7.6% h\u00f6her als am 22. Mai. Der MSCI Emerging Markets Index wird aber immer noch 5.4% tiefer gehandelt. Ist \u00abTapering\u00bb wirklich \u00abSchuld\u00bb an der EM-Schw\u00e4che und \u00abNicht-Tapering\u00bb folglich wirklich ein Grund f\u00fcr EM-St\u00e4rke? Bei n\u00e4herer Betrachtung erscheint dies aus folgenden Gr\u00fcnden zweifelhaft:<br \/> 1) Die relative Schw\u00e4che der Schwellenl\u00e4nder begann im Herbst 2010, lange vor jeglicher \u00abTapering\u00bb-Diskussion. Die Dosis der \u00abQuantitativen Lockerung\u00bb, bzw. \u00abQE\u00bb, wurde seitdem ausserdem drei Mal erh\u00f6ht \u2013 ein positiver Effekt auf die EM blieb aber zumindest aus relativer Sicht g\u00e4nzlich aus. Warum sollte das Zur\u00fcckfahren von QE das Gegenteil bewirken?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2) Die \u00abTapering\u00bb-Turbulenz vom 22. Mai bis zum 24. Juni ist im relativen Aktientrendbild fast \u00abunsichtbar\u00bb und damit potentiell bedeutungslos. Die \u00abTapering\u00bb-Rede war nicht der Ausl\u00f6ser des EM-Abw\u00e4rtstrends. Im Gegenteil: Zun\u00e4chst verbesserte sich die relative Performance sogar etwas. Erst nach dem 5. Juni begann der relative Kurs der EMs wieder zu fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Schwellenl\u00e4nder sind selbst \u00abSchuld\u00bb<\/strong><br \/> Wer, wenn nicht \u00abTerminator-Ben\u00bb, hat die anhaltende An\u00e4mie der Schwellenl\u00e4nder zu \u00abverantworten\u00bb? Die glaubw\u00fcrdigste Antwort: Die \u00abSchuldigen\u00bb sind in den Emerging Markets selbst zu finden und der Hauptverd\u00e4chtige heisst wahrscheinlich China:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1) Die EM-Unterperformance seit September 2010 deckt sich mit der Zeit, in der es vermehrt zu Stress in Chinas Geldmarkt gekommen ist. Letzteres ist eine Nebenerscheinung einer chinesischen Ordnungspolitik, die das Bankensystem disziplinieren und das Kreditrisikomanagement modernisieren soll. Vor allem ist es aber die Folge des exzessiven Kreditwachstums in China seit 2008.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2) W\u00e4hrend der kurzfristigen Turbulenzen vom Mai\/Juni best\u00e4tigen brach die relative St\u00e4rke der EM wie oben erw\u00e4hnt nicht am 22. Mai, sondern erst am 5. Juni ein, als Chinas Geldmarktzinss\u00e4tze zu steigen begannen (z.B. der Tageszins kletterte von 4.6% auf 12.9% am 20. Juni). Als sich die Situation in China bis Ende Juni wieder entspannt hatte, verbesserte sich auch die EM-Performance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tapering\u00bb w\u00e4re eine willkommene Entwicklung<\/strong><br \/> Beim \u00abTapering\u00bb handelt es sich schliesslich um ein m\u00f6gliches Ereignis im Falle eines entsprechend guten Konjunkturverlaufs \u2013 was grunds\u00e4tzlich begr\u00fcssenswert w\u00e4re. Die Rolle der US-Geldpolitik wird hier aber etwas \u00fcbersch\u00e4tzt. Die Situation der Schwellen-l\u00e4nder h\u00e4ngt prim\u00e4r von den Entwicklungen in den jeweiligen L\u00e4ndern selbst ab, wobei China besonders wichtig ist. Solange nicht mehr Zuversicht besteht, dass die Kreditexzesse der vergangenen Jahre in China soweit \u00abverdaut\u00bb wurden, dass die zweitgr\u00f6sste Volkswirtschaft wieder stabil und nachhaltig wachsen kann, solange d\u00fcrfte auch die Schw\u00e4che der EM anhalten. Abgesehen davon w\u00fcrde ein etwaiges \u00abTapering\u00bb wahrscheinlich moderat ausfallen. Die \u00fcberraschenden Ereignisse der Vorwoche (Zinssenkung der Europ\u00e4ischen Zentralbank, Wechselkursziel der tschechischen Notenbank) erinnern zudem daran, dass die Geldpolitik auf globaler Ebene unter dem Strich sogar weiter gelockert werden k\u00f6nnte. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass QE in Industriel\u00e4ndern nicht automatisch die Schwellenl\u00e4nder st\u00fctzt, sondern zun\u00e4chst die eigenen M\u00e4rkte stimuliert \u2013 was ja durchaus im Sinne des Erfinders ist. Folglich m\u00fcsste ein R\u00fcckfahren von QE, wann auch immer es auch geschehen m\u00f6ge, den Schwellenl\u00e4ndern auch nicht grunds\u00e4tzlich schaden. Es k\u00f6nnte sogar sein, dass wir erst dann zum \u00abnormalen\u00bb globalen Haussemuster zur\u00fcckkehren \u2013 d.h. in eine Welt, in der die \u00abWachstumsm\u00e4rkte\u00bb generell besser abschneiden als die traditionellen Industriel\u00e4nder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: ETFWorld &#8211; LGT Capital Management<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 22. Mai stellte der Vorsitzende der Federal Reserve Ben Bernanke erstmals die behutsame Normalisierung der US-Geldpolitik in Aussicht. Die \u00abTapering\u00bb-Angst war geboren und bot bis Ende Juni den Anlass f\u00fcr ziemlich heftige Turbulenzen an den Finanzm\u00e4rkten&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15464,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-12878","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anlagestrategie-etf"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12878","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12878"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12878\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15464"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12878"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}