{"id":12835,"date":"2013-10-16T05:00:00","date_gmt":"2013-10-16T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2013\/10\/16\/us-haushalt-auf-dem-genesungspfad\/"},"modified":"2013-10-16T05:00:00","modified_gmt":"2013-10-16T05:00:00","slug":"us-haushalt-auf-dem-genesungspfad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/us-haushalt-auf-dem-genesungspfad\/","title":{"rendered":"US-Haushalt auf dem Genesungspfad"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/strong>Eine Nichtanhebung der Schuldengrenze w\u00e4re eine extreme und kontraproduktive Massnahme, die eine Rezession verursachen und der Kreditw\u00fcrdigkeit der USA schaden k\u00f6nnte. Insgesamt hat der politische Druck in der Haushaltspolitik den USA bisher aber nicht geschadet&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>Mikio Kumada, Global Strategist von LGT Capital Management<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das US-Haushaltsdefizit sinkt seit einiger Zeit rasant, weil die Einnahmen dank ausreichend robuster Konjunktur weiter stetig steigen, w\u00e4hrend die Ausgaben inzwischen leicht r\u00fcckl\u00e4ufig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nichtanhebung der Schuldengrenze w\u00e4re potenziell katastrophal<\/strong><br \/> Das globale Finanzmarktgeschehen wird seit einigen Wochen in hohem Masse von der parteipolitischen Spaltung in den USA rund um die Fiskal- und Gesundheitspolitik des Landes bestimmt. Es vergeht kein Tag ohne nationale und internationale Appelle an die amerikanische Politik, sich m\u00f6glichst rasch \u2013 vorzugsweise vor dem 17. Oktober \u2013 auf die Anhebung der Schuldengrenze zu einigen. Ein Scheitern w\u00fcrde Washington zu scharfen Ausgabenk\u00fcrzungen zwingen, womit auch ein gewisses Risiko von verz\u00f6gerten Zins- und Kapitalr\u00fcckzahlungen an die Halter von US-Staatsanleihen best\u00fcnde. Letzteres w\u00e4re potenziell katastrophal, weil es technisch gesehen als ein Staatsbankrott der USA angesehen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein fiskalpolitischer Kompromiss zeichnet sich ab<\/strong><br \/> Dieses Schreckensszenario erachten wir weiterhin als unwahrscheinlich und den neuesten Meldungen nach scheint sich im US-Kongress inzwischen ein Kompromiss abzuzeichnen, mit dem die Schuldengrenze wieder f\u00fcr einige Monate angehoben werden soll. Selbst mit dem Abkommen w\u00e4re die Unsicherheit \u00fcber einen erneuten zuk\u00fcnftigen Streit zu diesem Thema aber nicht vom Tisch. Grunds\u00e4tzlich stellt die Schuldengrenze kein grosses Problem dar. Diese wird n\u00e4mlich seit 1960 im Schnitt alle acht Monate erreicht und anschliessend zumeist ohne besondere politische Komplikationen angehoben (besonders oft unter republikanischen Pr\u00e4sidenten). Seit einigen Jahren leistet jedoch ein wichtiger Teil der Republikaner erbitterten Widerstand gegen die schuldenfinanzierte Wirtschaftspolitik der Administration von Pr\u00e4sident Barack Obama, insbesondere gegen den gesetzlich l\u00e4ngst beschlossenen Ausbau des US-Gesundheitswesens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Druck zugunsten ausgeglichener Staatshaushalte d\u00fcrfte bleiben<\/strong><br \/> Solange diese politische Str\u00f6mung im Kongress repr\u00e4sentiert ist, m\u00fcssen wir wohl auch zuk\u00fcnftig mit \u00e4hnlichen \u2013 tendenziell irritierenden \u2013 politischen Konflikten rechnen. Doch diese legislativen Man\u00f6ver zielen letztlich darauf ab, die Ausgaben des Staates in st\u00e4rkeren Einklang mit seinen Einnahmen zu bringen. Das ist nat\u00fcrlich grunds\u00e4tzlich sinnvoll und begr\u00fcssenswert, sofern es nicht in einer schlussendlich f\u00fcr alle Beteiligten kontraproduktiven Art durchgef\u00fchrt wird. In der aktuellen Situation m\u00fcsste im Extremfall einer Nichtanhebung der Schuldengrenze das US-Schatzamt n\u00e4mlich seine Ausgaben sofort auf das Ausmass seiner Einnahmen reduzieren, was in der Praxis mit einer j\u00e4hrlichen Staatsausgabenk\u00fcrzung um 4.2% des Bruttoinlandprodukts gleichkommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwangssparen w\u00fcrde Rezession verursachen, nicht mehr<\/strong><br \/> Das gr\u00f6sste Risiko w\u00e4re daher nicht der erw\u00e4hnte technische Bankrott, sondern der R\u00fcckfall in eine tiefe Rezession, als Folge des politisch erzwungenen Extremsparens in den USA. Angesichts der derzeit konstruktiven US-Haushaltssituation erg\u00e4be ein solches Vorgehen aber kaum Sinn und f\u00e4nde h\u00f6chstwahrscheinlich auch innerhalb der republikanischen Partei am Ende keine Mehrheit. Der US-Bundeshaushalt ist zwar noch deutlich defizit\u00e4r, verbessert sich aber seit 2010 stetig und seit Anfang 2012 sogar rasant. Diese positive Entwicklung mit extremen Massnahmen zu gef\u00e4hrden ist \u00f6konomisch nicht sinnvoll und wohl auch politisch suboptimal. Eine von einer relativ kleinen Abgeordnetengruppe politisch herbeigef\u00fchrte Zahlungsunf\u00e4higkeit \u2013 und w\u00e4re sie auch nur tempor\u00e4r \u2013 k\u00f6nnte zudem der Kreditw\u00fcrdigkeit der USA signifikanten Schaden zuf\u00fcgen, was eine dominierende Mehrheit der Beteiligten sicher verhindern will. Der generelle politische Druck auf die Obama-Administration, einen ausgeglichenen Haushalt anzustreben, ist aber grunds\u00e4tzlich durchaus sinnvoll und kann insgesamt einen positiven Nebeneffekt haben \u2013 wie die Erfahrung von 2012 bereits suggeriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Bundeshaushalt auf dem Genesungspfad<\/strong><br \/> Grafik 1 (PDF Seite 2) zeigt die zw\u00f6lfmonatigen Durchschnittswerte der Einnahmen und Ausgaben der US-Bundesregierung (wir nehmen die gleitenden Durchschnitte, um den Trend zu veranschaulichen, weil die Werte von Monat zu Monat aus saisonalen und anderen Gr\u00fcnden extrem schwanken und den Blick auf das Gesamtbild tr\u00fcben). Das US-Schatzamt nimmt derzeit im j\u00e4hrlichen Schnitt monatlich rund $220 Mrd. an Steuern und Abgaben ein, wobei die Tendenz dank der moderaten, aber bisher doch stabilen Konjunktur seit 2010 klar steigend ist. Die Ausgaben machen im j\u00e4hrlichen Schnitt rund $300 Mrd. aus, wobei hier die Tendenz seit 2009 nur sehr leicht steigt und seit 2012 sogar sinkt. Diese Kombination aus steigenden Einnahmen und stabilen bis leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Ausgaben ist der Grund f\u00fcr den rasanten R\u00fcckgang des US-Budgetdefizits von rund 10% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im direkten Anschluss an die Finanzkrise von 2007-2008, auf zuletzt 4.2%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Bundesdefizit sinkt seit 2012 mit zunehmendem Tempo<\/strong><br \/> Die Nettozinszahlungen der US-Bundesregierung machen im Schnitt $21 Mrd. aus, derzeit also etwas weniger als ein Zehntel der Einnahmen. Den Schuldendienst k\u00f6nnen sich die USA also durchaus leisten, selbst wenn die gelegentlichen R\u00fcckzahlungen ber\u00fccksichtigt werden. F\u00fcr ihre Schulden muss die USA auch gem\u00e4ss Verfassung geradestehen. Sollte der Kongress die Schuldengrenze nicht anheben, werden anderswo scharfe K\u00fcrzungen vorgenommen werden m\u00fcssen, was der Volkswirtschaft monatlich rund $80 Mrd. pro Monat entziehen und ziemlich sicher eine Rezession verursachen w\u00fcrde. Zudem w\u00e4re der positive Trend in Richtung eines ausgeglichenen Haushalts h\u00f6chstwahrscheinlich unterbrochen, weil mit der Rezession die Staatseinnahmen zun\u00e4chst deutlich st\u00e4rker als die Ausgaben einbrechen w\u00fcrden, was zu einer Ausweitung des Budgetdefizits f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Quelle: ETFWorld &#8211; LGT Capital Management<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Nichtanhebung der Schuldengrenze w\u00e4re eine extreme und kontraproduktive Massnahme, die eine Rezession verursachen und der Kreditw\u00fcrdigkeit der USA schaden k\u00f6nnte. 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