{"id":12801,"date":"2013-09-18T08:00:00","date_gmt":"2013-09-18T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2013\/09\/18\/ing-im-sri-marktkommentar-2\/"},"modified":"2013-09-18T08:00:00","modified_gmt":"2013-09-18T08:00:00","slug":"ing-im-sri-marktkommentar-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/ing-im-sri-marktkommentar-2\/","title":{"rendered":"Aktuelle Einsch\u00e4tzungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/strong>Zur grossen \u00dcberraschung des Marktes und der meisten Kommentatoren setzt die Fed ihre Anleihek\u00e4ufe nun doch ungebremst fort. Das tut der Glaubw\u00fcrdigkeit der amerikanischen Notenbank unserer Ansicht nach aber&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><strong>Willem Verhagen, ING IM<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">keinen Abbruch. Der Offenmarktausschuss FOMC hat offenbar \u2013 frei nach Keynes \u201eWhen the facts change I change my opinion, what do you do, Sir?\u201c \u2013 lediglich seine Meinung ge\u00e4ndert. Entsprechend skizzierte Fed-Chef Bernanke einige der ge\u00e4nderten Fakten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; Erstens sei die Ungewissheit im Hinblick auf die anstehenden Verhandlungen \u00fcber Haushalt und Schuldengrenze gestiegen. Obwohl der Datenfluss immer noch auf eine anhaltende Erholung hindeute, sei er jetzt nicht mehr \u2013 wie im Fr\u00fchsommer \u2013 durchweg positiv. Dies zeige sich insbesondere am leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Wachstum der Besch\u00e4ftigungszahlen und an den Zahlen des Wohnimmobilienmarktes.<br \/>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Hauptgrund f\u00fcr den hinausgeschobenen Ausstieg aus der QE ist indes der \u00fcberzogene Anstieg der Treasury-Renditen, der seinerseits von den gestiegenen Zinserwartungen seit der Juli-Sitzung angetrieben wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Entwicklung k\u00f6nnte indes die Strategieplanung der Fed gef\u00e4hrden, wonach die Wirtschaft erst noch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit robustes Wachstum schreiben soll, bevor der Zinshahn zugedreht wird. Dieser Plan ist f\u00fcr die Steuerung \u00fcber die zinssensitiven Komponenten der Nachfrage entscheidend, vor allem, da der Leitzins nicht weiter gesenkt werden kann. Im Endeffekt bedeutet dies, dass der Privatsektor sich bereits auf ein steigendes positives Gef\u00e4lle zwischen Rendite und Finanzierungskosten bei Investmentprojekten, Immobilienk\u00e4ufen usw. freuen kann. F\u00fcr die Fed besteht das einzige Problem darin, dass die Umsetzung der angek\u00fcndigten Schritte nicht mehr optimal sein mag, sobald die Nachfrage des Privatsektors eine robuste Eigendynamik entwickelt hat. Daher muss die Fed ihre Strategieplanung k\u00fcnftig mit der gebotenen Entschlossenheit umsetzen, also die Markterwartungen mit der entsprechenden Forward-Guidance steuern. Vor allem die Besch\u00e4ftigungszahlen k\u00f6nnten die Fed davon abhalten, wie in den Zeiten vor der Krise auf \u00fcber dem Potenzial liegendes Wachstum mit geldpolitischer Drosselung zu reagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten paar Monaten war die Fed darauf bedacht, die Unterschiede zwischen Forward-Guidance und QE zu betonen, wonach die Forward-Guidance ein weitaus effektiveres Instrument sei. Zudem hat Bernanke klar darauf hingewiesen, dass \u201eTapering\u201c lediglich eine Drosselung des Lockerungstempos und keine sofortige zinspolitische Straffung bedeute. Bei einem Konjunkturaufschwung macht Tapering Sinn, da die geringere Sparneigung und der h\u00f6here Investment-Appetit mit einem Anstieg des neutralen Realzinses verbunden sind. Dabei handelt es sich um den realen Kurzfristzinssatz, der mit Spar- und Anlagebereitschaft bei Vollbesch\u00e4ftigung vereinbar ist. Daneben sind nach Auffassung der Fed auch in Zukunft m\u00f6gliche Kosten mit der ausufernden Zentralbankbilanz verbunden, wie beispielsweise langfristig Gefahren f\u00fcr die finanzielle Stabilit\u00e4t, Kapitalverluste des Fed-Verm\u00f6gens usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Tapering sollte daher als taktische geldpolitische Massnahme verstanden werden, die den in der Forward-Guidance zum Leitzins verankerten Strategieplan in keinster Weise beeintr\u00e4chtigt. Gleichwohl f\u00e4llt es dem Markt \u2013 trotz aller Erkl\u00e4rungsbem\u00fchungen der Fed \u2013 schwer, diese Botschaft richtig zu verstehen. Vor allem mit Beginn des Tapering stieg die Markterwartung auf einen rascheren Ausstieg aus der QE. Doch wenn Worte nicht reichen, m\u00fcssen Taten sprechen. Das ist unserer Meinung nach der Hauptgrund f\u00fcr das Ausbleiben des erwarteten Kurswechsels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ist das Tapering aber durchaus nicht vom Tisch. Tats\u00e4chlich signalisierte das FOMC-Statement immer noch den Willen, je nach Konjunkturlage in das Ende der quantitativen Lockerung einzusteigen. Verwirrend f\u00fcr die M\u00e4rkte ist indes, dass Bernanke sich anscheinend vom Schwellenwert der 7%igen Arbeitslosenrate verabschiedet hat, bei dem die Fed s\u00e4mtliche Anleihek\u00e4ufe einstellen will. Grunds\u00e4tzlich bleibt die Arbeitslosenquote f\u00fcr viele FOMC-Mitglieder problematisch. Der in den letzten paar Jahren beobachtete R\u00fcckgang beruhte weitgehend auf einem R\u00fcckgang der Erwerbsquote, der nach Auffassung dieser Mitglieder zumindest teilweise konjunkturell bedingt ist. Dadurch vermittelt die Arbeitslosenquote ein rosigeres Bild des Arbeitsmarktes als andere Indikatoren. Das hat nat\u00fcrlich Folgen f\u00fcr Forward-Guidance und Leitzins. Bereits jetzt besteht Konsens am Markt, dass der Beginn des Tapering von einer St\u00e4rkung der Forward-Guidance begleitet sein muss, um eine ungerechtfertigte geldpolitische Drosselung zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manch einer spekuliert bereits, dass dies in Form einer Senkung des Schwellenwerts bei der Arbeitslosenquote geschehen k\u00f6nnte. Das l\u00e4sst sich zwar nicht ausschliessen, doch w\u00fcrde das eine schwierige Kommunikationsaufgabe f\u00fcr die Fed darstellen und k\u00f6nnte die Glaubw\u00fcrdigkeit von Schwellenwerten untergraben. Denn wie soll man sich auf solche Eckdaten verlassen, wenn sie ohne Weiteres ge\u00e4ndert werden k\u00f6nnen? Es ist nach unserer Einsch\u00e4tzung daher wahrscheinlicher, dass die Fed einen Mindestwert f\u00fcr die Teuerungsrate einf\u00fchren wird, wonach die Fed sich verpflichtet, den Leitzins so lange nicht zu heben, wie die Inflationsprognosen f\u00fcr die nahe Zukunft unter einem bestimmten Wert bleiben.<\/p>\n<p>Quelle: ETFWorld &#8211; ING<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur grossen \u00dcberraschung des Marktes und der meisten Kommentatoren setzt die Fed ihre Anleihek\u00e4ufe nun doch ungebremst fort. 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