{"id":12733,"date":"2013-07-22T05:00:00","date_gmt":"2013-07-22T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2013\/07\/22\/die-staerksten-ueberleben-nein-sondern-diejenigen-die-sich-anpassen-aktuelle-einschaetzungen\/"},"modified":"2013-07-22T05:00:00","modified_gmt":"2013-07-22T05:00:00","slug":"die-staerksten-ueberleben-nein-sondern-diejenigen-die-sich-anpassen-aktuelle-einschaetzungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/die-staerksten-ueberleben-nein-sondern-diejenigen-die-sich-anpassen-aktuelle-einschaetzungen\/","title":{"rendered":"&#8222;Die St\u00e4rksten \u00fcberleben? Nein, sondern diejenigen, die sich anpassen&#8220; &#8211; Aktuelle Einsch\u00e4tzungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Knapp f\u00fcnf Jahre nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, der die weltweite Finanzkrise ausl\u00f6ste, bestehen die Schuldenprobleme weiter. Ausserdem bef\u00fcrchten politische Verantwortungstr\u00e4ger, Anleger und viele&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong style=\"font-family: Arial,Helvetica,Verdana,sans-serif; margin: 0px 0px 0px 20px; padding: 0px;\">Mid-Year Outlook 2013, ING Investment Management<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy, bei ING Investment Management International<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">andere Mitglieder der Gesellschaft immer noch, dass es zu einer neuen Krise kommen k\u00f6nne. Zahlreiche Diskussionen sind dar\u00fcber gef\u00fchrt worden, was zur L\u00f6sung der Schuldenprobleme zu tun ist und wie ein sinnvoller Investmentansatz im derzeitigen, durch Schulden belasteten Umfeld aussehen sollte. Dass in vielen F\u00e4llen noch keine L\u00f6sung gefunden wurde, ist unter anderem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass es an zwei zentralen Faktoren mangelt, die f\u00fcr einen soliden Entscheidungsprozess der politischen Verantwortungstr\u00e4ger und der Anleger erforderlich sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz aller ungewohnten Entwicklungen der vergangenen Jahre in der Weltwirtschaft und im Finanzsystem, f\u00e4llt es vielen immer noch schwer, zu akzeptieren, wie unsicher die Lage derzeit wirklich ist. Dies ist m\u00f6glicherweise auf einen theoretischen Ansatz in der Wirtschafts- und Finanzwissenschaft zur\u00fcckzuf\u00fchren, der bei der Analyse der Welt, in der wir leben, kaum Platz f\u00fcr Unsicherheiten l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Realit\u00e4t unsicherer als Modelle<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu akzeptieren, dass die Realit\u00e4t erheblich unsicherer ist als die von uns verwendeten Modelle, ist vielleicht f\u00fcr machen unangenehm und\/oder ern\u00fcchternd. Aber es hilft, geistig flexibel zu bleiben, und bewahrt uns davor, unsere \u00dcberzeugungen in Stein zu meisseln. So k\u00f6nnen ein \u00fcbersteigertes Selbstvertrauen und das Eingehen \u00fcberm\u00e4ssiger Risiken vermieden werden \u2013 denn so etwas geschieht gerade dann, wenn \u00dcberzeugungen nie in Frage gestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das fehlende Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Unsicherheit ist eine Schwachstelle von politischen Verantwortungstr\u00e4gern und Anlegern. Eine zweite ist ihre mangelnde Bereitschaft, Fehler einzugestehen. Dieses Verhalten l\u00e4sst sich seit der weltweiten Finanzkrise weithin beobachten und hat wahrscheinlich dazu gef\u00fchrt, dass die Krise l\u00e4nger als notwendig dauert und dass einige Anlegerportfolios st\u00e4rker als notwendig in Mitleidenschaft gezogen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diagnose der Eurokrise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Beispiele sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Erstens die Diagnose der Eurokrise. Weil sie als Staatsschuldenkrise bezeichnet wurde, muss die \u201eL\u00f6sung\u201c nach Meinung zahlreicher Beobachter in einer Verbesserung der \u00f6ffentlichen Finanzen und in Strukturreformen bestehen. Dementsprechend h\u00e4ngen politische Ratschl\u00e4ge und Anlagestrategien h\u00e4ufig in zu hohem Masse von der Entwicklung in diesen Gebieten ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei wird \u00fcbersehen, dass die Einf\u00fchrung des Euro zu sehr viel mehr unvorhergesehenen Konsequenzen gef\u00fchrt hat als selbst die damaligen Skeptiker annahmen. Der Euroraum ist zum einen ein suboptimaler W\u00e4hrungsraum (was seine Flexibilit\u00e4t bei der Reaktion auf externe Schocks verringert), und zum anderen hat der Euro selbst zu den hohen Leistungsbilanzungleichgewichten der Mitgliedsstaaten beigetragen. Diese Leistungsbilanzungleichgewichte sowie die \u00fcberm\u00e4ssige Verschuldung des privaten Sektors haben die Eurokrise in sehr viel gr\u00f6sserem Umfang verursacht als der Zustand der \u00f6ffentlichen Haushalte. Letztere gerieten erst deutlich nach Beginn der Krise wesentlich aus dem Gleichgewicht, weil sie f\u00fcr die geringere Aktivit\u00e4t im privaten Sektor und die L\u00fccken in den privaten Finanzen in die Bresche springen mussten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil die Ursache der Krise falsch diagnostiziert wurde und weil auch in der Folge keine Kurs\u00e4nderung stattfand, haben die politischen Verantwortungstr\u00e4ger und die Anleger die falsche Medizin (koordinierte Straffungen der Fiskalpolitik) verabreicht und wichtigen Fortschritten wie dem OMT-Programm der EZB oder der Bereitschaft zur Einf\u00fchrung einer Bankenunion zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Infolgedessen fiel das Wachstum deutlich schw\u00e4cher aus als von den politischen Verantwortungstr\u00e4gern prognostiziert und die M\u00e4rkte schnitten deutlich besser ab als von den meisten Anlegern erwartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei weitere Beispiele f\u00fcr analytische Fehler sind zum einen das Postulat, dass Sparmassnahmen das Vertrauen im privaten Sektor erh\u00f6hen, und zum anderen die vereinfachende Annahme, dass eine quantitative Lockerungspolitik unvermeidlich inflationstreibend wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das M\u00e4rchen von der Austerit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das M\u00e4rchen von der Austerit\u00e4t war von Anfang an nicht sehr glaubhaft, da selbst die traditionelle makro\u00f6konomische Theorie kaum Anhaltspunkte f\u00fcr den Gedanken bot, eine restriktivere Fiskalpolitik k\u00f6nne die Konjunktur beleben. Dar\u00fcber hinaus deuten nahezu alle empirischen Belege seit der Einf\u00fchrung einer breit angelegten Austerit\u00e4tspolitik in Europa darauf hin, dass das Vertrauen im privaten Sektor durch diese Politik eher gesch\u00e4digt als gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die dritte als \u201eTatsache\u201c vertretene Auffassung \u2013 quantitative Lockerungen oder andere unkonventionelle Massnahmen zur Lockerung der Geldpolitik f\u00fchrten immer zu Inflation \u2013 l\u00e4sst die Komplexit\u00e4t des monet\u00e4ren Transmissionsmechanismus in einer modernen Wirtschaft sowie die Rolle der Nachfrage nach Geld bzw. des Geldangebots ausser Acht. Ausserdem werden die jahrzehntelangen Erfahrungen in Japan vernachl\u00e4ssigt, wo eine solche Politik die Wirtschaft nicht aus der Deflation befreien konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt haben sich alle Prognosen einer Inflationsbeschleunigung seit der Einf\u00fchrung der quantitativen Lockerungspolitik durch die Fed Anfang 2009 als falsch erwiesen. Dies war sehr kostspielig f\u00fcr Anleger, die sich aktiv entsprechend diesen Vorhersagen positioniert hatten. Dass diese Auffassung gescheitert ist, zeigt sich inzwischen ganz klar darin, dass fundamentalistische Gegner der quantitativen Lockerungspolitik jetzt schlicht andere Gr\u00fcnde f\u00fcr ihren Widerstand angeben. Inzwischen wird nicht mehr \u00f6ffentlich vor hoher Inflation gewarnt, sondern \u201efinanzielle Instabilit\u00e4t\u201c dient als Rechtfertigung daf\u00fcr, dass man nicht zugeben will, die Warnungen vor einer lockeren Geldpolitik der Zentralbanken seien falsch gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wer gesteht Fehler ein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob Politiker, \u00d6konomen und andere Analysten dazu bereit sind, ihre Fehler bei den oben erw\u00e4hnten Themen einzugestehen, ist deshalb ganz wichtig f\u00fcr die Gesellschaft, weil es betr\u00e4chtliche Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigungsaussichten und den allgemeinen Wohlstand hat. Anleger k\u00f6nnen nicht direkt darauf Einfluss nehmen; solche Entscheidungen h\u00e4ngen von Wahlen, vom Ruf der betroffenen Personen und von ihrer Pr\u00e4senz in Zeitungen und anderen Medien ab. Und es hilft den Anlegern auch nicht, zu sagen, was die politischen Verantwortungstr\u00e4ger tun \u201esollten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anleger m\u00fcssen beurteilen, was passieren \u201ewird\u201c, da ihre Aufgabe darin besteht, attraktive Renditen f\u00fcr das von ihnen verwaltete Portfolio einzufahren. Nur so k\u00f6nnen sie die hart verdienten Ersparnisse der Menschen und Institutionen, f\u00fcr die sie anlegen, gut verwalten. Und daf\u00fcr ist eine auf der Realit\u00e4t basierende und flexible Analyse des aktuellen Investmentumfelds unverzichtbar. Wie bei der Analyse anderer komplexer Systeme ist es sehr sinnvoll, den k\u00fcnftigen Erfolg anhand der Darwinschen Methode abzusch\u00e4tzen. Darwin soll gesagt haben, nicht die st\u00e4rksten oder intelligentesten Exemplare einer Art \u00fcberlebten, sondern diejenigen, die sich am besten anpassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich w\u00e4re es hervorragend, wenn diese Erkenntnis nicht nur zufriedenstellende Anlagerenditen erbr\u00e4chte, sondern auch den politischen Verantwortungstr\u00e4gern als Leitfaden diente. Und wenn wir anerkennen, dass die Welt um uns herum von Unsicherheit gekennzeichnet ist, begreifen wir auch, dass f\u00fcr unser Basisszenario \u2013 eine allm\u00e4hliche Erholung der Weltwirtschaft \u2013 nicht nur Abw\u00e4rts-, sondern auch Aufw\u00e4rtsrisiken bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar sollten wir die betr\u00e4chtlichen Abw\u00e4rtsrisiken, die vor allem von den Schwellenl\u00e4ndern ausgehen (Markt- und gesellschaftliche Turbulenzen, sich wandelnde Wachstumsmodelle), nicht \u00fcbersehen. Betr\u00e4chtliche positive \u00dcberraschungen sind jedoch m\u00f6glich, wenn die politischen Verantwortungstr\u00e4ger aus ihren Fehlern lernen und sich anpassen. Die Wachstumsaussichten w\u00fcrden von einer St\u00fctzung der Nachfrage in den Industriel\u00e4ndern und Reformen auf der Angebotsseite in den Schwellenl\u00e4ndern profitieren, und wenn sich Hinweise auf eine solche Entwicklung finden, w\u00fcrden wir gr\u00f6ssere Risiken eingehen und unsere Untergewichtung von Schwellenl\u00e4nder-Assets reduzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Moderate Erh\u00f6hung der Weltwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Letzteres per definitionem nicht unser Basisszenario ist, bewegen wir uns (noch) nicht in dieser Richtung. Wir st\u00fctzen unsere Assetallokation derzeit auf die Annahme, dass die Erholung der Weltwirtschaft moderater verl\u00e4uft und dass allm\u00e4hlich aus Liquidit\u00e4t und Fixed-Income-Positionen (die wir untergewichtet haben) in riskantere Verm\u00f6genswerte wie Aktien und Immobilien (die wir \u00fcbergewichtet haben) umgeschichtet wird. Sobald sich das Umfeld \u00e4ndert, werden wir unsere Einstellungen und unsere Allokation anpassen. Hoffen wir, dass wir nicht die einzigen sind.<\/p>\n<p>Quelle: ETFWorld &#8211; ING<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Knapp f\u00fcnf Jahre nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, der die weltweite Finanzkrise ausl\u00f6ste, bestehen die Schuldenprobleme weiter. 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