{"id":12724,"date":"2013-07-11T05:00:00","date_gmt":"2013-07-11T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2013\/07\/11\/solider-ertragsausblick-in-den-industrielaendern\/"},"modified":"2013-07-11T05:00:00","modified_gmt":"2013-07-11T05:00:00","slug":"solider-ertragsausblick-in-den-industrielaendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/solider-ertragsausblick-in-den-industrielaendern\/","title":{"rendered":"Solider Ertragsausblick in den Industriel\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in den USA gerade er\u00f6ffnete Berichtssaison d\u00fcrfte einmal mehr zeigen, dass Unternehmen aus den traditionellen Industriel\u00e4ndern in der Lage sind, auch in einem Umfeld bescheidenen Wirtschaft- und Kreditwachstums solide Ertr\u00e4ge zur erwirtschaften. Dazu kommt, dass in den USA und Japan das Ertragsniveau den H\u00f6chststand des letzten Booms \u00fcberschritten bzw. erreicht hat, w\u00e4hrend die Aktienkurse und Bewertungen dieser Entwicklung noch hinterherhinken&#8230;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mikio Kumada, Global Strategist von LGT Capital Management<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bescheidene Weltkonjunktur und \u00fcbersch\u00e4tzte Schwellenl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der internationalen Finanzkrise von 2007-2008 w\u00e4chst die Weltwirtschaft nur in sehr bescheidenem Ausmass. Die westlichen Banken, \u00e4hnlich wie ihre japanischen Pendants einige Jahre zuvor, waren prim\u00e4r damit besch\u00e4ftigt, Altlasten zu identifizieren, abzuschreiben und frisches Eigenkapital aufzutreiben \u2013 ein Prozess, der Kreditvergabe und wirtschaftliche Aktivit\u00e4t insgesamt einschr\u00e4nkt. Hohe Arbeitslosenraten im Schlepptau des \u00abSubprime\u00bb-Debakels in Amerika und der \u00abEurokrise\u00bb in Europa haben den westlichen Konsum reduziert, w\u00e4hrend Japan zus\u00e4tzlich zu seinen \u00fcblichen Problemen mit der Deflation ab M\u00e4rz 2011 auch noch Natur- und Umweltkatastrophen biblischen Ausmasses erleben musste. Die Hoffung, dass Asien und die Schwellenl\u00e4nder als Ersatzkonsumenten \u00abeinspringen\u00bb w\u00fcrden, um die Weltwirtschaft auf Trab zu halten, hat sich zugleich nur zum Teil bewahrheitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ertragslage in den Industriel\u00e4ndern hat sich deutlich schneller erholt, als die Konjunktur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch haben Unternehmen aus den traditionellen Industriel\u00e4ndern im Laufe der letzten Jahre gezeigt, dass sie in der Lage sind, auch in einem Umfeld bescheidenen Wachstums stetig solide Ertr\u00e4ge zu erwirtschaften, w\u00e4hrend Firmen aus Schwellenl\u00e4ndern mitunter zu stark von kreditfinanzierten Exzessen und\/oder zyklischen und\/oder spekulativen R\u00fcckenwinden abh\u00e4ngen (z.B. von rasant steigenden Rohstoff- und\/oder Immobilienpreisen) \u2013 was als Gesch\u00e4ftsmodell in einem Umfeld bescheidenen Wachtrums nicht sehr nachhaltig ist. Die globale Berichtssaison f\u00fcr das zweite Quartal 2013, welche am Montag in den USA begann, d\u00fcrfte diese Entwicklungen tendenziell einmal mehr unterstreichen. Dazu kommt, dass die Gewinnprognosen f\u00fcr Unternehmen aus Industriel\u00e4ndern immer noch eher zu tief sind, wie schon seit Jahren (umgekehrt sind sie f\u00fcr die \u00abWachstumsm\u00e4rkte\u00bb oft zu hoch). Das heisst, dass auch die Aktienbewertungen in den \u00abalten\u00bb entwickelten Volkswirtschaften in Wirklichkeit wahrscheinlich tiefer sind, als die auf den Konsensprognosen basierenden Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnisse (KGVs) suggerieren \u2013 und umgekehrt k\u00f6nnten sie in den \u00abaufstrebenden Wachstumsm\u00e4rkten\u00bb nur so \u00abg\u00fcnstig\u00bb aussehen, weil die Erwartungen immer zu hoch sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktienbewertungen immer noch attraktiv, implizieren potenziell deutlich h\u00f6here Kurse in der Zukunft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Attraktivit\u00e4t der Bewertungen l\u00e4sst sich am besten am Beispiel der USA illustrieren. Auf Basis der Konsenssch\u00e4tzung f\u00fcr 2013 betr\u00e4gt das KGV f\u00fcr den S&amp;P 500 knapp 15, w\u00e4hrend der Durchschnitt seit 1954 bei 16.3 und seit 1995 bei 21.1 liegt. Wenn wir nun annehmen, dass der Konsens in etwa richtig liegt, dann m\u00fcsste der US-Aktienindex bis Ende 2014 bei unver\u00e4nderter Marktstimmung (KGV von 15) um 12% und im Falle einer \u00abNormalisierung\u00bb in Richtung der langfristigen Normalwerte sogar um bis zu 47% h\u00f6her notieren. \u00c4hnlich sieht es \u00fcbrigens auch in Westeuropa und Japan aus \u2013 mit dem Unterschied, dass die Aufw\u00e4rtspotentiale dieser M\u00e4rkte im Szenario \u00abNormalisierung\u00bb noch viel gr\u00f6sser sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Steigende langfristige Zinsen k\u00f6nnen sogar konjunkturell stimulierend wirken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit anderen Worten: Die Marktbewertungen sind nicht nur attraktiv geblieben, sondern bieten auch einen Puffer f\u00fcr den Fall, dass die Weltkonjunktur in naher Zukunft entt\u00e4uschen sollte. Die j\u00fcngsten Makrodaten deuten jedoch tendenziell das Gegenteil an. Die Fr\u00fchindikatoren notieren in den USA im positiven Bereich und haben sich in Japan deutlich aufgehellt, ebenso wie wichtige einige nachlaufende Barometer (insbesondere der US-Arbeitsmarkt). Selbst in Europa nimmt die Intensit\u00e4t der Rezession jetzt langsam ab. Die Angst, dass der j\u00fcngste Anstieg der langfristigen US-Zinsen die Konjunktur wieder abw\u00fcrgen k\u00f6nnte, halten wir nach wie vor f\u00fcr \u00fcbertrieben. Erstens sind die langfristigen US-Zinsen im Vergleich zum Niveau, auf dem sie aufgrund der konjunkturellen Situation notieren m\u00fcssten, immer noch viel zu tief. Zweitens kann die Erwartung nachhaltig steigender Zinsen (\u00e4hnlich wie die Erwartung steigender Verbraucherpreise) zu \u00abvorgezogenem\u00bb Konsum und Investitionen f\u00fchren \u2013 und somit konjunkturell deutlich stimulierender wirken, als eine Situation, in der die Wirtschaftsakteure von immerw\u00e4hrenden Nullzinsen ausgehen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktienbewertungen und Ertragsniveau rechtfertigen weitere (sogar deutliche) Kursgewinne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das KGV ist der wertadjustierte Preis, den Anleger f\u00fcr eine Aktie zu zahlen bereit sind, und damit letztlich ein Stimmungsindikator. Gem\u00e4ss Konsens wird der Gewinn pro Aktie des S&amp;P 500 in diesem Jahr 110.2 US-Dollar betragen, was aktuell ein KGV von knapp 15 ergibt. Das liegt rund 10% und 32% unter dem Durchschnittswert seit 1954 bzw. 1995. Damit w\u00e4ren bei verbesserter Stimmung (steigendes KGV) h\u00f6here Kurse auch ohne weiteres Gewinnwachstum historisch keinesfalls abnormal. Falls der Konsens (wie schon seit 2009) die Gewinne aber weiter untersch\u00e4tzt, dann w\u00e4ren h\u00f6here Kurse auch bei unver\u00e4nderter Stimmung (KGV stagniert bei 15) gerechtfertigt. Wenn wir annehmen, dass der Konsens in etwa richtig liegt und zudem eine gewisse \u00abNormalisierung\u00bb der Marktstimmung in Richtung der historischen Durchschnitte stattfinden wird, so m\u00fcsste der S&amp;P 500 je nach Szenario bis Ende 2014 zwischen 12% und 47% zulegen. Problematisch wird es, wenn die zuk\u00fcnftigen Gewinne deutlich tiefer als erwartet ausfallen. Doch es gibt derzeit kaum Indizien, dass Konsens die Gewinne in den entwickelten M\u00e4rkten \u00fcbersch\u00e4tzt. Man kann es drehen, wie man will: Sofern in n\u00e4chster Zeit keine scharfe Rezession eintrifft, sprechen Ertragskraft und Bewertung der Unternehmen weiterhin klar f\u00fcr eine anhaltende Hausse, insbesondere in den entwickelten M\u00e4rkten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Zinsen immer noch auf historisch extrem tiefem Niveau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anleihenrenditen sollten langfristig die Inflation sowie zyklische und schuldnerspezifische Risiken abdecken. Kurz- bis mittelfristig k\u00f6nnen sie jedoch deutlich von diesem \u00abangemessenen\u00bb Niveau abweichen, sei es aus wirtschaftspolitischen Gr\u00fcnden oder anderen ausserordentlichen Entwicklungen. Eine \u00abDaumenregel\u00bb f\u00fcr das angemessene Renditeniveau setzt sich aus dem wirtschaftlichen Realwachstum (in den USA zuletzt 1.8%) und der Inflationsrate zusammen (zuletzt 1.4%), was aktuell f\u00fcr die USA 3.2% ergibt. Die Umlaufrendite zehnj\u00e4hriger US-Staatsanleihen notiert aber mit 2.7% immer noch 0.5 Prozentpunkte unter dem \u00abangemessenen\u00bb Niveau (f\u00fcr US-Anleihen mit k\u00fcrzeren Laufzeiten ist diese Differenz noch gr\u00f6sser). Die Grafik (im PDF Seite 2, Umlaufrendite zehnj\u00e4hriger US-Staatsanleihen &#8211; zu hoch oder zu tief?)&nbsp; zeigt langfristige Entwicklung dieser Differenz zwischen der tats\u00e4chlichen und der \u00abangemessenen\u00bb Umlaufrendite: Sie ist zwar nicht mehr so extrem \u00abdefizit\u00e4r\u00bb wie Anfang 2012, aber immer noch im deutlich negativen Bereich \u2013 die US-Zinsen sind also nach wie vor extrem tief.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Quelle: ETFWorld &#8211; LGT Capital Management<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die in den USA gerade er\u00f6ffnete Berichtssaison d\u00fcrfte einmal mehr zeigen, dass Unternehmen aus den traditionellen Industriel\u00e4ndern in der Lage sind, auch in einem Umfeld bescheidenen Wirtschaft- und Kreditwachstums solide Ertr\u00e4ge zur erwirtschaften. 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