{"id":12672,"date":"2013-06-05T08:00:00","date_gmt":"2013-06-05T08:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/etfworld.ch\/home\/vl27cm72\/etfworld.ch\/wp\/index.php\/2013\/06\/05\/eine-willkommene-normalisierung\/"},"modified":"2013-06-05T08:00:00","modified_gmt":"2013-06-05T08:00:00","slug":"eine-willkommene-normalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.etfworld.com\/ch\/eine-willkommene-normalisierung\/","title":{"rendered":"Eine willkommene Normalisierung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><\/span><\/span><span style=\"font-size: 10pt; font-family: Arial;\">Die Konsolidierungsphase an den B\u00f6rsen h\u00e4lt an. Nicht wenige Anleger sehen die Hausse durch die zuletzt gestiegenen langfristigen Zinsen gef\u00e4hrdet. Aus unserer Sicht bleibt die Grosswetterlage an den M\u00e4rkten jedoch weiterhin gut. Die US-Wirtschaft ist auf dem Wachstumspfad geblieben, in Japan hat sich der Ausblick klar aufgehellt, und selbst in Europa scheint der Tiefpunkt \u00fcberwunden. So k\u00f6nnten sich die h\u00f6heren Zinsen als willkommene Normalisierung erweisen&#8230;&#8230;..<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mikio Kumada, Global Strategist von LGT Capital Management<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Argumente der \u00abGrossen Rotation\u00bb sind in Vergessenheit geraten<\/strong><br \/> Anfang Jahr hiess es in vielen Marktkommentaren, in diesem Jahr werde die so genannte \u00abGrosse Rotation\u00bb stattfinden. Damit war gemeint, dass die Anleger in ihrer Gesamtheit ihr Kapital von Staatsanleihen, die weltweit nur sehr tiefe Zinsen bieten, hin zu riskanten Anlagen, insbesondere Aktien, verlagern w\u00fcrden. Dies werde die Aktienm\u00e4rkte befl\u00fcgeln. Stichhaltige Indizien daf\u00fcr, dass die Anleger insgesamt aus Staatsanleihen aussteigen gibt es zwar immer noch keine, doch die Umlaufrenditen von Industriel\u00e4nderstaatsanleihen sind seitdem tats\u00e4chlich etwas gestiegen, w\u00e4hrend die Aktienm\u00e4rkte ordentlich haussierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stattdessen ist die Angst vor dem \u00abkleinen Tapering\u00bb aufgetaucht<\/strong><br \/> Inzwischen spricht man im Markt aber nicht mehr von der \u00abGrossen Rotation\u00bb, sondern vom (kleinen) \u00abTapering\u00bb. Im Sport wird mit diesem Begriff die Reduktion des Trainingsumfangs vor einem Wettkampf bezeichnet. Im aktuellen Finanzmarktjargon ist damit \u2013 in Anspielung auf die \u00abaufputschende\u00bb Wirkung expansiver Geldpolitik \u2013 das (vermeintlich verfr\u00fchte) Zur\u00fcckfahren der \u00abquantitativen Lockerungspolitik\u00bb gemeint. Diese Vision hat in den letzten Wochen tats\u00e4chlich dazu beigetragen, dass die Umlaufrenditen von Staatsanleihen etwas st\u00e4rker gestiegen sind, als der Markt es in letzter Zeit gewohnt war. Doch dieser Kapitalabfluss aus den Anleihenm\u00e4rkten wird nicht mehr als Treiber der Aktienhausse, sondern als ihr potenzieller Spielverderber dargestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>N\u00fctzliche Ausrede f\u00fcr ganz normale Gewinnmitnahmen<\/strong><br \/> Diese widerspr\u00fcchliche Argumentationslogik verweist darauf, dass solche Zinssorgen derzeit wohl prim\u00e4r als \u00abAusrede\u00bb f\u00fcr ganz normale \u00abGewinnmitnahmen\u00bb dienen. Aus fundamentaler Sicht wirkt die Angst vor steigenden Renditen nicht nur \u00fcbertrieben, sondern auch etwas unlogisch. So stark ist die Weltwirtschaft nicht, dass morgen die Inflation ausbrechen und die Notenbanken zur geldpolitischen Wende bewegen k\u00f6nnte. Die am Montag ver\u00f6ffentlichte US-Einkaufsmanagerumfrage f\u00fcr die verarbeitende Industrie best\u00e4tigte dies nur, indem sie f\u00fcr die unmittelbare Zukunft einen abgeschw\u00e4chten Gesch\u00e4ftsausblick vorskizzierte. Gleichzeitig befindet die Inflation sich sowohl in den USA als auch in Europa tendenziell auf dem R\u00fcckzug. In Japan, wo die extrem expansive Geldpolitik vor gerade mal zwei Monaten (4. April) lanciert wurde, ist die tats\u00e4chliche Inflationsrate immer noch negativ. Die Inflationserwartungen sind in Japan zwar deutlich gestiegen \u2013 allerdings auch nur von etwa 0.5% vor etwa einem Jahr auf aktuell rund 1.5%. Die Inflationsentwicklung bietet mit Sicherheit keinen Anlass zur Sorge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erfreuliche mittelfristige Entwicklungen<\/strong><br \/> Im Bereich des Wirtschaftswachstums gibt es allerdings auch Erfreuliches zu berichten. In den USA sorgt die Erholung des H\u00e4userund Arbeitsmarktes seit einiger Zeit f\u00fcr Fortschritte, in Asien-Pazifik ist die Gesamtsituation stabil, und in Japan hat sich der Ausblick in den letzten Monaten sogar deutlich aufgehellt. Selbst in der Eurozone, wo die Wirtschaftsleistung seit sechs Quartalen insgesamt leicht r\u00fcckl\u00e4ufig ist, scheint der zyklische Tiefpunkt \u00fcberwunden zu sein. Unter dem Strich haben wir also auf <strong>globaler Ebene damit eher sinkende Inflationsraten und gleichzeitig tendenziell etwas mehr Wachstum.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>H\u00f6here Zinsen als normales Zeichen einer aufgehellten Konjunktur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor diesem Hintergrund sind die etwas h\u00f6heren Staatsanleihenzinsen grunds\u00e4tzlich \u00abnormal\u00bb und willkommen \u2013 insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Realrenditen immer noch historisch extrem tief und teilweise sogar negativ sind. Finanzm\u00e4rkte haben aber \u00abLaunen\u00bb, und diese k\u00f6nnen \u2013 wie wir auch in den Jahren seit 2009 immer wieder erlebten \u2013 auch etwas heftiger ausfallen und l\u00e4nger anhalten. Grunds\u00e4tzlich betrachten wir die aktuelle Angst vor dem \u00abTapering\u00bb aber als lediglich eine Art \u00abLampenfieber\u00bb vor dem Wettkampf. Wenn es so weit ist, wird es vergehen \u2013 sofern dieser nicht \u00fcberhaupt noch einmal verschoben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Quelle: <span style=\"font-size: 10pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">ETFWorld &#8211; LGT Capital Management<\/span><br \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Konsolidierungsphase an den B\u00f6rsen h\u00e4lt an. Nicht wenige Anleger sehen die Hausse durch die zuletzt gestiegenen langfristigen Zinsen gef\u00e4hrdet. 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